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consilium - DER PÄDIATRIE-PODCAST - Folge #32 - 11.08.2023

 

consilium – der Pädiatrie-Podcast

mit Dr. Axel Enninger

consilium Podcast mit Dr. Axel Enninger

 

Akne – mehr als pubertäre Pickel

 

Axel Enninger: Heute spreche ich mit:

PROF. PETER HÖGER.

 


DR. AXEL ENNINGER…

… ist Kinder- und Jugendarzt aus Überzeugung und mit Leib und Seele. Er ist ärztlicher Direktor der Allgemeinen und Speziellen Pädiatrie am Klinikum Stuttgart, besser bekannt als das Olgahospital – in Stuttgart „das Olgäle“ genannt.

Axel Enninger: Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu einer neuen Folge von consilium, dem Pädiatrie-Podcast. Mein Gesprächspartner heute ist Prof. Peter Höger, und die aufmerksamen Hörerinnen und Hörer unter Ihnen werden merken, mit ihm gab es doch schon einen Podcast? Richtig und falsch! Mit ihm gab es nämlich schon zwei, und dieses ist schon das dritte Thema, das wir heute miteinander besprechen. Herzlich willkommen, Herr Höger!

 

Peter Höger: Hallo!

 

Axel Enninger: Professor Höger ist Chefarzt der Abteilungen für Pädiatrie und pädiatrische Dermatologie und Allergologie am Kinderkrankenhaus in Hamburg. Er ist Facharzt für Pädiatrie und für Dermatologie, und wir haben schon zwei Podcast-Folgen aufgenommen: eine über Psoriasis und eine über das infantile Hämangiom. Heute reden wir über Akne, ein klassisches Teenager-Thema, oder stimmt das gar nicht?

 

Peter Höger: Überwiegend ja, aber es gibt sie in jedem Lebensalter in unterschiedlicher Ausprägung. Nicht als Acne vulgaris, aber es gibt Erkrankungen der Talgdrüse vom 1. Lebenstag an bis 100.


Axel Enninger: Okay, also, Neugeborenen-Akne haben wir schon einmal gehört, aber es gibt sie nicht nur bei Neugeborenen und Teenagern, sondern auch alles dazwischen.

 

Peter Höger: Ja, so ist es, und auch danach.


Axel Enninger: Alles dazwischen und auch nach dem Teenageralter, also im Erwachsenenalter, okay. Genau, Sie haben es vorhin schon gesagt, „Talgdrüse“ ist das Stichwort. Was ist das pathophysiologische Korrelat, wo ist der Defekt oder wo ist das Problem?


Peter Höger: Ja, bei der Acne vulgaris, also der häufigsten Form, liegt das Problem in der Talgdrüse und in Talgdrüsenfollikeln. Talgdrüsen haben wir in besonders dichter und hoher Zahl im Gesicht, aber auch im Bereich der sogenannten vorderen und hinteren Schweißrinne. So nennt der Dermatologe den nach unten verlängerten Teil des Dekolletés beziehungsweise den zentralen Rückenbereich und auch den Schulterbereich. Bei schwerer Akne kann sich das ganze Problem auch noch auf die proximalen Oberarme ausdehnen.


Axel Enninger: Keine besonders elegante Formulierung: „Schweißrinne“.

 

Das Problem: Verhornung, viel Talg, Superinfektion und Androgene

Peter Höger: Ja, ich weiß aber in der Dermatologie… [Lachen] Man weiß, was gemeint ist, glaube ich. Das Problem an den Talgdrüsen ist die Enge der Talgdrüsengänge, die durch eine überstarke Verhornung zustande kommt, die Tatsache, dass vermehrt Talg gebildet wird, was man „Seborrhoe“ nennt, und als Folge dieser beiden Vorgänge die Häufigkeit eines Staus des Talges und die Möglichkeit, dass sich dann dieser Talg auch noch superinfiziert. Das ist das, was bei Akne ein Problem ist. Ursächlich ist es eine hormonelle Stimulation der den Follikel auskleidenden Zellen in diesem Bereich, vorwiegend durch Androgene. Das ist der Grund, warum Menschen kurz vor der Pubertät und in der Pubertät, wo eine hormonelle Umstellung stattfindet, besonders betroffen sind.


Axel Enninger: Okay, also, die Talgdrüse ist betroffen, es gibt aber eine Abflussstörung, und dann gibt’s auch eine Entzündung.

 

Eigentlich hat es fast jeder

Peter Höger: Es gibt eine Entzündung, es gibt eine vermehrte Produktion.


Axel Enninger: Okay, und das führt immer zu Akne oder warum kriegen die einen Akne, und warum kriegen die anderen keine?


Peter Höger: Die meisten kriegen Akne – nur in sehr unterschiedlichem Umfang. In der Pubertät sind schon 85–90 % aller Menschen betroffen. Da spielen genetische Faktoren eine Rolle hinsichtlich der Häufigkeit und vor allen Dingen des Ausprägungsgrades der Akne. Es gibt Familien, in denen schon über Generationen schwerere Akneformen vorkommen als in anderen, aber kaum einer hat es gar nicht. Die ganz leichten Formen verursachen als Acne miliaris keine kosmetischen Probleme und werden manchmal nicht als Krankheit wahrgenommen.

 

Axel Enninger: Das heißt, in diesen Umstellungsphasen hat es eigentlich jeder, der eine mehr als der andere und manchmal hat man ein bisschen Pech, okay! Starten wir einmal bei der Neugeborenen-Akne. Neugeborenen-Akne hat tatsächlich, würde ich mal sagen, jeder, und wenn man viele U2s macht, dann ist das ja eher der Normalbefund als die Ausnahme, oder?

 

Neugeborenen-Akne – selten behandlungsbedürftig

Peter Höger: Das ist richtig. Man sieht bei jedem Neugeborenen Talgdrüsen, wirklich zu 100 %. Das ist ein Zustand, der auf die Stimulation der Talgdrüsen hindeutet. Später sieht man sie nicht mehr. Bei Neugeborenen sind sie vor allen Dingen zentrofazial gut sichtbar. Manchmal werden sie verwechselt mit Milien, sogar sehr häufig. Es handelt sich bei den durch Stimulation sichtbaren Talgdrüsen um kleine gelbliche Papeln, nicht Pusteln! Weißlich-gelblich, und sie sind massiert im zentralen Gesichtsbereich lokalisiert, während Milien einzelstehende, weißliche Zysten sind, die auch im Oberkörperbereich vorkommen können und nichts, aber auch gar nichts mit Akne zu tun haben. Jedes Kind ist das Kind einer Mutter. Jede Mutter bildet in der Schwangerschaft Hormone, auch Androgene, und die stimulieren die Talgdrüsen des Neugeborenen schon präpubertär. Das heißt, das Kind kommt mit stimulierten Talgdrüsen auf die Welt, und das ist noch nicht Akne. Acne neonatorum wird es dann, wenn eine entzündliche Komponente hinzukommt. Aber im wesentlichen Unterschied zur Acne vulgaris ist die Neugeborenen-Akne eine harmlose und in aller Regel überhaupt nicht behandlungsbedürftige Erkrankung, bei der es Komplikationen wie die Acne conglobata zum Beispiel gar nicht gibt.

 

Axel Enninger: Das heißt, ich muss keine Sorge haben davor, dass sich da jetzt Unmengen von Staphylokokken hineinsetzen und dass es dann eine Infektion gibt?

 

Peter Höger: Absolut nicht! Staphylokokken haben sowieso mit der Neugeborenen-Akne gar nichts zu tun. Wenn – und da gibt es einen fließenden Übergang zur neonatalen zephalen Pustulose. Das sieht richtig giftig aus. Da kommt es zu einer Infektion der Talgdrüsen, die durch Stimulation besonders leicht infizierbar sind, mit lipophilen Hefen, Pityrosporum ovale oder Malassezia heißen sie. Sie wohnen auf der Kopfhaut der Mutter oder des Vaters und werden auf diese Weise auf das Kind übertragen, kommen auf einen reichhaltigen Nährboden, nämlich durch diese androgene Stimulation durch mütterliche Hormone, und können dann Pusteln verursachen.


Axel Enninger: Okay, aber das heißt Neugeborenen-Akne: harmlos. Man muss nichts tun, und es verschwindet spontan wieder.

 

Peter Höger: So ist es. Mit dem Wegfall dieser sogenannten Minipubertät, das ist ein Begriff, der sich bezieht auf die durch exogene, von der Mutter, nicht vom Kind selbst, gebildeten Hormone, induzierte Stimulation der Talgdrüsen.

 

Axel Enninger: Dann ist der Spuk irgendwann vorbei.

 

Peter Höger: Ja.

 

Axel Enninger: Sie haben aber vorhin schon gesagt, es ist dann eben nicht tiefer Frieden bis zum Teenageralter, sondern es gibt auch in anderen Altersstufen so etwas wie Akne.

 

Acne infantum meist harmlos, aber mid-childhood acne abklären

Peter Höger: Es sollte Friede sein. Alles, was danach auftritt, also nach dieser Neugeborenenzeit, ist pathologisch. Da gibt es die infantile Akne. Der Begriff erstreckt sich auf Akne-Manifestationen jenseits des Neugeborenenalters, typischerweise im zweiten Lebenshalbjahr beginnend bis in das zweite Lebensjahr hinein.

 

Axel Enninger: Okay, und das ist besonders?


Peter Höger: Das ist besonders, das hat nicht jeder, das haben nur wenige. Und dann gibt es ein Phänomen, das man seit einigen Jahren neudeutsch mit „mid-childhood acne“ bezeichnet. Das ist früher auch unter dem Oberbegriff infantile Akne gefasst worden und manifestiert sich nach dem 2. bis zum 7. Lebensjahr. Das ist häufiger pathologisch, das heißt, da sind noch jenseits der Haut Erkrankungen möglich, die es auslösen. Bei der Acne infantum, über die wir eben sprachen, handelt es sich um eine meist auf die Wangen beschränkte, manchmal symmetrische Stimulation der Talgdrüsen, die mit deren Verdickung einhergehen, was manchmal auch erythematös oder sogar pustulös aussehen kann. Trotzdem harmlos, in aller Regel.


Axel Enninger: Muss ich trotzdem Diagnostik machen, muss ich irgendwie gucken?


Peter Höger: Wenn es sehr ausgeprägt ist, ja, ansonsten nein. Hingegen müssen Sie das tun bei der „mid-childhood acne“. Also die Zeit der Manifestation spielt eine große Rolle. Jeder Kinderarzt ist es gewohnt, das Kind sowieso ganz anzusehen. Selbstverständlich, wenn Sie bei einem Säugling oder im zweiten Lebensjahr Zeichen der Virilisierung entdecken, dann ist irgendetwas ganz faul, was man nicht auf sich beruhen lassen kann.

 

Axel Enninger: Also bei mid-childhood acne reden wir über Kindergartenkinder, …

 

Peter Höger: Ja, genau.

 

Axel Enninger: … frühe Schulkinder, und ja, da ist irgendetwas mit den Hormonen los. Muss ich da an spezifische Dinge denken?

 

Peter Höger: Ja, da müssen Sie nach androgenbildenden Tumoren suchen. Die müssen überhaupt nicht vorliegen, und in bestimmt 90 % ist auch keine Pathologie dahinter. Aber es kann sein, und hier müssen wir aktiv werden. Bei der Acne infantum ist das in aller Regel nicht per se notwendig, bei der mid-childhood acne sehr wohl. Also androgenbildende Tumoren im Bereich der Nebennieren oder eine Manifestation eines AGS, eines adrenogenitalen Syndroms kann sich spät so manifestieren.

 

Axel Enninger: Das heißt, da muss ich schon mal in meinem endokrinologischen Wissen graben und muss fragen: ‚Okay, was könnte denn das tatsächlich sein?‘ Pubertas praecox gehört dazu?

 

Peter Höger: Ja klar. Danach suchen Sie klinisch, und Sie suchen sonographisch und mit Laboruntersuchung nach androgenproduzierenden Tumoren.

 

Axel Enninger: Okay, das heißt, ich gucke mir auch Längenwachstum und solche Dinge an.

 

Peter Höger: Ja.

 

Axel Enninger: Also, das heißt, mid-childhood acne, 2 bis 7 Jahre: deutlich hingucken, ernstnehmen, aber Sie sagen, oft findet man auch nix.

 

Peter Höger: Ja, erfreulicherweise.

 

Früher als 8 Jahre ist keine sehr frühe Pubertät

Axel Enninger: Okay, und dann kommt man irgendwann Richtung Pubertät.


Peter Höger: Ja, und schon vor deren eigentlichem Beginn beginnt die Stimulation der Talgdrüsen, bevor Pubertätszeichen sichtbar sind, das heißt, ein, zwei Jahre vorher. Sprich, wenn Sie mit 8 Jahren eine beginnende Acne miliaris beim Kind feststellen, ist das nicht per se pathologisch.

 

Axel Enninger: Okay, das heißt, weil wir sagen, Einsetzen der Pubertät mit 9, ist sozusagen normal, ist früh normal.

 

Peter Höger: Ist früh normal.

 

Axel Enninger: Und dann würden Sie sagen, wenn man Hauterscheinungen hat mit 8, ist auch das noch normal.

 

Peter Höger: Ja, aber da ist die Grenze. Vor 8, wie eben gesagt, Abklärung!

 

Acne miliaris – zystisch erweiterte Talgdrüsen

Axel Enninger: Okay, also vor 8 auffällig, ab 8 kann man sagen, okay. Dann habe Sie jetzt gerade noch einmal Acne miliaris gesagt. Nun haben wir vorhin bei der Neugeborenen-Akne gesagt, das ist ganz anders als Milien. Dann müssen Sie noch mal kurz erklären, was eine Acne miliaris ist.


Peter Höger: Ja, leider ist hier die Nomenklatur etwas unexakt. Milien sind Zysten durch versprengte Epidermis. Die kann man zum Beispiel bekommen durch Verletzungen, Schürfwunden, bei denen Epithel, in die Dermis gelangt, und dann, wenn es sich regeneriert, Zysten bildet. Das sehen wir auch bei schweren Hauterkrankungen, bei der Epidermolysis bullosa, bei anderen blasenbildenden Erkrankung. Milien sind also Zysten. Eine Acne miliaris ist eine zystisch erweiterte Talgdrüse. Milien haben nichts mit Talgdrüsen zu tun, die Acne miliaris sehr wohl. Sie sieht aus wie Milien, das will der Name sagen, aber es sind nicht die Zysten.

 

Axel Enninger: Okay, das heißt, der Name ist pathophysiologisch eigentlich ziemlich blöd?


Peter Höger: Ja, ich würde hier meinen Altvorderen jetzt keine Vorwürfe machen, aber es ist nicht ganz präzise.

 

Akne bei Teenagern machen 80–90 % der Fälle aus

Axel Enninger: Okay, ich als Nicht-Dermatologe darf das vielleicht sagen. Okay. Dann kommen wir zur klassischen Akne der Teenager. Wenn man die Altersspanne anguckt, über welchen Prozentsatz von allen Menschen mit Akne reden wir?

 

Peter Höger: Wir reden über Menschen zwischen 12 und 16 bzw. 17, bei denen es beginnt behandlungsbedürftig zu werden. Beginnen kann es schon vorher.

 

Axel Enninger: Da reden wir über, sage ich jetzt mal, es sind 70, 80, 90 %?

 

Peter Höger: 80 bis 90 %. So ist es, genau.

 

Axel Enninger: Also, das heißt, der allergrößte Teil von Patienten mit Akne sind tatsächlich Teenager, und ich nehme mal an, das hat wieder etwas mit den Hormonen zu tun?


Peter Höger: So ist es. Wie schon eingangs gesagt: androgene Stimulation. Die Androgene haben hier eine entscheidende Bedeutung, was, wie wir nachher noch bei der Therapie besprechen, Auswirkungen auf dieselbe hat.

 

Relevant: Milchprodukte, Fastfood, Schokolade, hoher glykämischer Index

Axel Enninger: Okay, und ganz am Anfang haben Sie gesagt: Genetik ist ein Teil, Hormone ist der zweite Teil. Dann gibt es immer solch ein Auf und Ab zum Thema Ernährung. Spielt Ernährung eine Rolle?


Peter Höger: Das haben Sie, glaube ich, sehr korrekt formuliert. Ein Auf und Ab. Bis vor einigen Jahren hat man es als nicht relevant betrachtet, aber in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es doch eine Bedeutung hat. Ernährung ist nicht die auslösende Kraft, aber man sollte bei einem Patienten mit einer – zumindest einer etwas ausgeprägteren – Akne unbedingt das Thema ansprechen, weil es Faktoren in der Ernährung gibt, die die Akne schwerer machen können, ohne die Ursache zu sein. Also, man kriegt Akne nicht durchs Essen, es sei denn, man isst Androgene. Man kriegt aber Akne besonders stark, oder sie wird begünstigt, durch falsche Ernährung. Es sind die üblichen Verdächtigen: Fastfood, aber ganz, ganz wichtig Milchprodukte. Die Milch ist ja eigentlich nicht für den Menschen gemacht, sondern für Kälber, die noch ein erhebliches Breiten- und Längenwachstum vor sich haben. Die Milch enthält daher wachstumsfördernde Faktoren, und das wirkt sich bedauerlicherweise auch bei den Talgdrüsen aus. Deswegen sind Milchprodukte diejenigen, die wir bei Akne in der Nahrung am weitesten meiden sollten und Fastfood mit hohem glykämischen Index ebenfalls.


Axel Enninger: Und da geht es eher um das Thema – also jetzt kommt der Gastroenterologe in mir heraus – da geht es eher um das Thema „prozessiert“ oder geht es eher um „kohlenhydratbasiert“? Um was geht’s da bei Fastfood?

 

Peter Höger: Bei Fastfood geht es um den glykämischen Index, das heißt kohlenhydratinduziert.


Axel Enninger: Okay, das heißt eher kurzkettige Kohlenhydrate, die schnell unseren Blutzuckerspiegel rauf- und runterregeln.

 

Peter Höger: Ja, genau.

 

Axel Enninger: Es gibt nun eine ganze Menge Argumente gegen Fastfood. Akne ist offensichtlich jetzt…

 

Peter Höger: Ein Weiteres.

 

Axel Enninger: Ein Weiteres. Wunderbar! Also, ich war als Teenager auch betroffen, und mir wurde Schokolade verboten. War das okay?


Peter Höger: Weil die Milchprodukte dabei eine Rolle spielen in der Schokolade, und da gibt es eine hochrangig publizierte Studie von amerikanischen Collegestudenten und -studentinnen, denen man in einer Cross-over-Studie eine definierte Menge Schokolade zum täglichen Verzehr angeboten hat und nach vier Wochen dann Gummibärchen. Beide hatten, das war so normiert, denselben Kohlehydratanteil. Es zeigte sich dann, dass während der Phase der Schokoladeneinnahme die Zahl der von unabhängigen Beobachtern anhand standardisierter Fotografien gemessenen Akne-Effloreszenzen deutlich zunahm, während das bei den Gummibärchen nicht der Fall war. Für diese Studie fanden sich übrigens viele Freiwillige, und sie hat die Grundannahme bestätigt, dass Milchprodukte im weitesten Sinne eine Rolle spielen.


Axel Enninger: Okay, was ja ein bisschen schade ist. Joghurt ist ja, würde man zumindest sagen, jetzt erst einmal kein ganz ungesundes Lebensmittel, aber Joghurt zählt auch dazu, also im Sinne von Milch?


Peter Höger: Alles an Milch, genau. Aber es ist nicht für immer verbannt, und auch da spielt die Menge eine Rolle. Wenn man in dem Alter schon Kaffee trinkt, ist es erlaubt, sich einen Schuss Milch in den Kaffee zu tun, aber sich über den Tag von Joghurt zu ernähren, ist nicht empfehlenswert.

 

Die richtige Hautpflege

Axel Enninger: Mhm. Also Fastfood, Schokolade, Milchprodukte im weitesten Sinne sind eher ungünstig. Okay. Wir hatten Genetik, Hormone, Ernährung. Hautpflege – ist das ein Risikofaktor, wenn ich die falsche Creme, das falsche Shampoo nehme?


Peter Höger: Es ist immer schlecht, wenn Sie das Falsche nehmen. Bei Akne heißt „falsch“ die Talgdrüsen okkludierend, also alles, was fett ist, in Form von Cremes und Fettsalben, ist verboten. Das bezieht sich auch auf Lichtschutzcremes. Die sind fett, und die sind verboten. Statt UV-Sonnenschutzcremes sollte man bei Akne Sonnenschutzgels verwenden. Seife spielt eine Rolle, weil irritierend und Talgdrüsen stimulierend und sollte gänzlich gemieden werden im Gesicht oder in betroffenen Arealen zugunsten von Wasser oder Reinigungslösung. Zum Abschminken darf man so eine extra Reinigungslösung nehmen, die nicht alkalisch ist und damit nicht irritiert.


Axel Enninger: Okay, und was ist die Empfehlung für Shampoo und Duschgel?


Peter Höger: Keine Seifenhaltigen, also solche, die den Haut-pH neutral, besser noch leicht sauer halten, pH 5 bis pH 6.

 

Axel Enninger: Das heißt, da ist es schon so, dass man darauf achten sollte, wenn ich von Akne betroffen bin?


Peter Höger: Es bezieht sich vor allen Dingen auf die Gesichtspflege.

 

Axel Enninger: Okay. Ist es vorbeugend auch ein Thema?


Peter Höger: Nein, so weit kann man nicht gehen, zu sagen, dass, wenn man die richtige Pflege verwendet, man keine Akne kriegt. Das leider nicht.

 

Therapie in Stufen

Axel Enninger: Das heißt, gegen die Genetik komme ich nicht an. Hormone kann ich auch nicht weiter steuern. Ernährung kann man steuern, Hautpflege kann man auch steuern. Aber wenn es denn jetzt trotzdem so ist, dass ich von Akne betroffen bin, dann empfiehlt mir der Dermatologe was noch zusätzlich therapeutisch?


Peter Höger: Ja, dann fangen wir an, über die Behandlung zu sprechen, die dann nicht mehr ganz allein im Ermessen des Patienten ist, der die Ernährung steuern kann und auch seine Fettsalben und Pflegesalben vermeiden kann. Da gibt es verschiedene Stufen. Die erste Stufe wäre eine, bei der wir, orientiert an der eingangs genannten Pathogenese, die Menge an Talg, die produziert wird, versuchen lokal zu reduzieren, die Verhornung der Talgdrüsen versuchen zu vermindern und idealerweise auch noch etwas gegen das übermäßige Wachstum der Bakterien zu tun. Dafür sind mitnichten Antibiotika das Mittel der ersten Wahl, sondern althergebrachte lokale Desinfizientien wie Benzoylperoxid, das schon lange angewendet wird für die Akne, kein Antibiotikum ist, und alle drei Probleme, die ich nannte, Hyperkeratosen, Infektionen und vermehrte Talgbildung angeht. Also Benzoylperoxid es ist eines der ältesten und bewährtesten Lokaltherapeutika.


Axel Enninger: Immer Nr. 1, damit fängt man immer an?


Peter Höger: Oder man nimmt ein Retinoid. Da gibt es unterschiedliche Stärkegrade. Retinoide haben die gleichen positiven Effekte, und sie sind eigentlich heutzutage die wichtigsten Substanzen in der Lokaltherapie und auch in der Systemtherapie der schwersten Akneformen.

 

Axel Enninger: Was machen die Retinoide?


Peter Höger: An allererster Stelle eine verminderte Keratinisation, was wirklich im Zentrum der Pathogenese steht, und haben dann sekundär auch Auswirkungen. Wenn der Abfluss des Talgs erleichtert wird, kommt es nicht zum Stau, nicht zur Infektion. Aber sie vermindern auch die Produktion, insbesondere wenn sie systemisch angewendet werden.

 

Axel Enninger: Und wann entscheidet sich jetzt der Dermatologe für das eine oder das andere?


Peter Höger: Nach einem Stufenplan. Es gibt leichte, mittelschwere und schwere Formen der Akne. Bei den leichteren Formen, die eben nur durch Milien und einzelne rötliche Papeln gekennzeichnet sind, aber nicht durch Pusteln, nicht durch das Zusammenfließen und Verschmelzen mehrerer Pusteln im Sinne der Acne conglobata und nicht durch Knotenbildung, reicht eine lokale Therapie neben den genannten Pflegemaßnahmen, also ein lokales Retinoid, eventuell in Kombination mit Benzoylperoxid.


Axel Enninger: Ja, ich meinte lokal: Benzoylperoxid oder ein Retinoid? Wann macht man was?

 

Lokale Antibiotika mehr als fragwürdig, systemisch nur wegen der antiinflammatorischer Wirkung

Peter Höger: Man fängt im Regelfall mit einer Monotherapie an. Da gibt es für die ganz leichten Formen ganz milde Retinoide. Adapalen zum Beispiel ist für die ganz leichten Akneformen ausreichend. Bei den etwas schwereren würde man dann gerne schon kombinieren mit Benzoylperoxid. Da gibt es verschiedene Kombinationsprodukte auf dem Markt. Traditionell gibt es auch immer noch viele Kombinationen mit Antibiotika, aber aus verschiedenen Gründen, über die wir vielleicht gleich noch sprechen, ist es nicht mehr zwingend erforderlich, sondern vielmehr sogar nicht besonders ratsam, lokale Antibiotika generell anzuwenden.


Axel Enninger: Also, das war in meiner Jugend, tatsächlich erinnere ich mich, da gab es immer so eine antibiotikumhaltige Salbe. Im Nachhinein habe ich gedacht: Sonderbar, da schmiert man sich ein, zwei, drei Jahre lang ein Antibiotikum ins Gesicht oder sonst wohin. Das kann ja nicht so wahnsinnig schlau sein. Aber das habe ich mir natürlich erst Jahrzehnte später überlegt.


Peter Höger: Also, die Monotherapie mit einem Antibiotikum lokal hat überhaupt keinen Sinn. Ein Antibiotikum kann vielleicht die Zahl der Bakterien, die sich in der Talgdrüse festgesetzt haben, vermindern. Aber es muss a) erst einmal dort hinkommen und b) die anderen beiden Probleme, vermehrte Talgbildung und Verhornung der Follikel der Talgdrüse adressiert ein Antibiotikum überhaupt nicht. Und es macht Resistenzen.


Axel Enninger: Haben dann lokal aufzutragende Antibiotika überhaupt einen Stellenwert oder ist es eigentlich alles over?


Peter Höger: Also, es ist so – ich möchte jetzt hier keinen Hersteller verdammen – es gibt noch Kombinationspräparate. Wenn ein Retinoid dabei ist, dann mag es gängig sein, aber wir haben ein messbar wachsendes Problem mit Antibiotikaresistenzen. Wir haben messbar Prozentsätze in der Größenordnung von mehr als 60 % der betroffenen Flora bei Akne, die resistent ist gegen die Antibiotika. Da muss man wirklich die Frage stellen: Brauchen wir sie noch? Denn es kann durchaus sein, dass man Kreuzresistenzen entwickelt und auf diese Weise züchtet, die sich dann bemerkbar machen, wenn aus irgendeinem anderen Grund mal eine Systemtherapie erforderlich ist.

 

Axel Enninger: Und systemisch gegeben?

 

Peter Höger: Da gibt es eine etwas andere Regel. Für die Systemtherapie, also für die schwereren, papulo-pustulösen oder Conglobata-Formen, die eine deutlich entzündliche Komponente haben, gibt es noch einen Stellenwert für Tetracycline. Das weniger, weil es sich um Antibiotika handelt, sondern mehr, weil es sich um antiinflammatorisch wirksame, lipophile Substanzen handelt, die sich nach oraler Einnahme in den Talgdrüsen ansammeln und dort, das nutzen wir auch bei anderen chronisch entzündlichen Hauterkrankungen, antiinflammatorische Aktivität entwickeln.


Axel Enninger: Okay, und das ist auch die Erklärung dafür, warum ich das niedriger dosiere?

 

Peter Höger: Genau.

 

Axel Enninger: Okay. Ich habe mich schon immer gefragt, wieso kommt der Dermatologe mit der halben Dosis aus.


Peter Höger: Die Standarddosis bei Erwachsenen von Doxycyclin bei Lungenentzündung ist 2x 100 mg / Tag. Bei Akne brauchen wir 50, weil wir diesen antiinflammatorischen Effekt nutzen. Aber wir geben es deutlich länger als bei einem Infekt, nämlich in der Größenordnung von 2 bis 3 Monaten.


Axel Enninger: Okay, aber eben nicht antibiotisch, sondern antiinflammatorisch, sicher auch nochmal spannend. Wenn wir das alles betrachten und dann auf das Thema der Hormone zurückkommen: Macht es einen Unterschied, ob ich Junge oder Mädchen bin?

 

Peter Höger: Es macht immer ein Unterschied. [Schmunzeln.] Bei dieser Erkrankung, ganz besonders.

 

Axel Enninger: Bei der Therapie ganz besonders?

 

Geschlecht bei der Therapie berücksichtigen

Peter Höger: Bei der Therapie ganz besonders. Mädchen haben den Vorteil, dass man sie, ohne dass sie Schaden nehmen, mit Antiandrogenen behandeln kann. Jungs haben den Vorteil, dass wir sie, ohne dass sie Schaden nehmen, mit Isotretinoin behandeln kann, also einem systemischen Retinoid. Das geht bei Mädchen nur dann, wenn 100 % sichergestellt ist, dass keine Schwangerschaft eintritt, weil diese Substanzgruppe teratogen ist.


Axel Enninger: Okay, aber das ist ja tatsächlich ein signifikantes Thema, und das heißt nur noch mal, um es festzuhalten: Mädchen gar nicht mit oralen Retinoiden?


Peter Höger: Nein. Mädchen gerne mit einer antiandrogen wirksamen Pille plus Isotretinoin, wenn die Akne schwer genug ist. Manchmal reicht auch die rein antiandrogene Behandlung mit einem entsprechenden Kontrazeptivum. Das führt uns als Ärzte, speziell als Kinderärzte, in die eigentümliche Situation, dass wir manchmal zwölf-, dreizehnjährigen Mädchen oder deren Eltern die Pille empfehlen müssen, was große Irritationen vor allem auf Seiten der Eltern hervorruft.


Axel Enninger: Ja. Da kann ich auch einen kleinen Querverweis zu unserer Folge im Podcast über Empfängnisverhütung machen, denn da haben wir tatsächlich auch über die Nebeneffekte der Verordnung der Pille gesprochen. Da war unter anderem der positive Aspekt derjenige, dass man Akne mitbehandeln kann.

 

Peter Höger: So ist es. Oder auch zyklusregulierend wirkt bei dysfunktionellen Dauerblutungen oder Ähnlichem, was wir in dem Alter häufig haben. Also beide Geschlechter haben Vor- und Nachteile, was die Aknetherapie betrifft.

 

Axel Enninger: Jetzt haben wir über die Therapie der Teenager gesprochen, hatten vorhin aber gar nicht über die Therapie der jungen Kinder gesprochen. Wenn ich da therapiere, habe ich da die gleichen Prinzipien, oder behandele ich sie anders?


Peter Höger: In der Altersgruppe der Säuglinge und Kleinstkinder, also Acne infantum, gilt, dass, auch wenn die Mama hochgradig irritiert ist, in aller Regel gar keine Behandlung notwendig ist, sondern nur eine Beratung, was die Pflege betrifft: Meidung von Fettcremes, die sehr gerne großzügig bei allen Babys verabreicht werden. Meidung von Seifen und Ähnliches. Wir haben ansonsten dieselben Grundprinzipien für die Therapie. Wenn wir also bei ausgeprägten oder nach längerer Zeit sich nicht spontan zurückbildenden Hautveränderungen behandeln müssen, dann setzen wir auch dort Benzoylperoxid oder topische Retinoide ein, aber natürlich kein Doxycyclin und nach Möglichkeit auch keine oralen Retinoide. Da sehe ich keine Indikation bei kleinen Kindern.

 

Axel Enninger: Okay. Wir leben in einem Zeitalter, wo wir lauter „-mabs“ „NUBs“ und „-nibs“ zusätzlich in unserem Therapiespektrum haben. Wie ist es denn mit neuen Entwicklungen in der Aknetherapie? Gibt es da etwas am Horizont?


Peter Höger: Ja, neu und in Amerika bereits zugelassen, in Deutschland ist voraussichtlich erst in 2 Jahren mit der Zulassung zu rechnen, ist ein topisches Antiandrogen. So etwas gibt’s noch gar nicht oder gab es noch gar nicht.


Axel Enninger: Also kein „-mab“, „NUB“ „-nib“


Peter Höger: Nein, aber trotzdem ein großer Fortschritt, den wir bei der Akne schmerzlich vermisst haben, ohne dass wir es wussten, weil bis jetzt noch niemand die Idee hatte, dass man überhaupt topisch antiandrogen agieren kann. Wir werden das dann auch nutzen bei anderen Erkrankungen, die durch übermäßige Androgenwirkung am Endorgan – Talgdrüse oder Haar – bedingt sind. Also, es gibt einen androgenetischen Haarausfall, wo ebenfalls ein gewisser Stellenwert topischer Antiandrogene gesehen wird. Aber bei der Akne macht es aus den jetzt schon mehrmals erwähnten Gründen absolut Sinn, diese zusätzliche Achse zu haben, ohne den gesamten Organismus mit Hormonen zu belasten. Das käme also auch für Jungs in Betracht, weil es nach den bisherigen Erkenntnissen keine systemischen antiandrogenen Wirkungen dieser Creme, Clascoteron genannt, gibt.


Axel Enninger: Aber in Deutschland noch nicht verfügbar?

 

Peter Höger: Noch nicht verfügt, aber es ist damit zu rechnen. Es ist absehbar, dass sie bald kommt. Ein, zwei Jahre.

 

Gute Therapieadhärenz, gute Heilungsaussicht

Axel Enninger: Okay. Ein, zwei Jahre in Deutschland. Wir reden hier gerade im Frühjahr 23. Jetzt ist Akne ein längerfristiges Thema. Wir alle wissen, wenn wir versuchen, Teenager zu motivieren, längerfristig Medikamente einzunehmen, ist das mühsam. Wie machen Sie denn das?


Peter Höger: Es fällt selten so leicht wie bei Akne. Es ist eine sensible Altersgruppe, für die das Aussehen besonders wichtig ist, und es handelt sich um eine sichtbare Körperregion. Nach meiner Erfahrung ist die Compliance sehr hoch, anders als bei Neurodermitis, Psoriasis oder anderen Erkrankungen, die man auch mal verstecken kann.

 

Axel Enninger: Hm, aja, ein guter Aspekt. Bei Neurodermitis mache ich nur meinen Ärmel runter.


Peter Höger: Und wenn es juckt, dann gibt’s einen Behandlungsbedarf. Aber der wird häufig gerade in der Pubertät selten so stringent durchgeführt, wie wir es gerne möchten. Ein Satz nur dazu: Wenn wir bei der Neurodermitis behandeln, dann möchten wir gerne nicht nur einen Schub behandeln, sondern Schüben vorbeugen. Das heißt, wir brauchen eine Langzeittherapie, und daran genau gebricht es. Bei der Akne aber nicht. Wir reden bei der Akne von einer Behandlungsdauer, wenn wir jetzt die systemische Therapie meinen, die über 6 Monate erforderlich ist. Retinoide bei schweren Akneformen. Danach ist das Problem gelöst.


Axel Enninger: Okay, und dann ist besser, und dann höre ich auf?


Peter Höger: Dann ist es sehr gut, und es wird allenfalls noch eine lokale Nachbehandlung erforderlich sein. Diese 6 Monate muss man durchhalten. Es gibt viele Nebenwirkungen. Neben den eben genannten gibt es in 100 % die Nebenwirkung, dass die Haut trocken wird. Das wollen wir nämlich. Aber sie wird sehr trocken, und auch die Augen werden sehr trocken, und die Lippen, das heißt, man muss Lippenfettstift nehmen und auch manchmal künstliche Augentropfen. Das ist komplett reversibel, aber das ist das Harte an dieser Therapie. Die anderen Nebenwirkungen sind viel seltener als wir früher gedacht haben. Jetzt, im Jahre 2023, wird nicht einmal mehr empfohlen, regelmäßige Laborkontrollen zu machen aufgrund internationaler Empfehlungen. Die Altersgruppe ist hier, wenn nicht andere Grunderkrankungen vorliegen, nicht gefährdet für diese Art Nebenwirkung. Die Teratogenität ist der entscheidende Punkt, dem wir vorbeugen müssen, aber ansonsten brauchen wir unter einer oralen Retinoidtherapie keine Laborkontrollen.

 

Axel Enninger: Üblicherweise reden wir über ein halbes Jahr, dann macht man noch lokal weiter. Wie hoch ist dann mein Rezidivrisiko? Gleichzeitig entwickelt sich der Organismus weiter, und die hormonelle Umstellung spielt sozusagen in diesem Falle ja für uns, oder?


Peter Höger: Ja, wir müssen etwa in 10 % noch einmal behandeln, das heißt, wir können bei den schwer betroffenen Patienten 90 % durch so eine sechsmonatige Therapie helfen.

 

Axel Enninger: Gilt das auch für diejenigen, die eine ganz ausgeprägte Akne haben, die fast wulstig wirkt?

 

Früh erkennen und therapieren – und wann Zusammenarbeit lohnt

Peter Höger: Das ist Form, die unbedingt einer Systemtherapie bedarf. Ich sehe leider manchmal Kinder, denen das aus falsch verstandener Rücksicht vorenthalten wird. Also, hier muss man aggressiv therapieren bei diesen schweren Formen, und hier ist auch die Expertise der Hautärzte gefragt. Also die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendarzt und Hautarzt ist bei schweren Akneformen unbedingt geboten. Wir haben als Kinderarzt üblicherweise nicht viel Erfahrung mit Retinoiden und scheuen sie deshalb, weil wir Angst haben. Da ist der Rat eines Dermatologen wirklich hilfreich.

 

Axel Enninger: Okay, und da würden Sie auch sagen: ‚Das geht schon von alleine vorbei, und wir müssen nur abwarten‘ ist keine gute Strategie?


Peter Höger: Absolut nicht, denn es ist erwiesen, dass die schweren Akneformen lebenslang entstellende Narben hinterlassen können. Wenn wir zu spät beginnen, ist das so. Auch wenn wir Retinoide noch einsetzen, dann können wir diesen entzündlichen Prozess abfangen, aber häufig kommt es sogar zu überschießender Narbenbildung. Frühe Behandlung, frühe Erkennung der schweren Form und frühe Systemtherapie ist die Botschaft.

 

Sonderfälle Acne fulminans und Rosacea

Axel Enninger: Gibt’s noch irgendwelche Sonderformen?


Peter Höger: Es gibt Sonderformen. Einmal die Acne fulminans. Sie ist eine besonders seltene Form, die mit Systemerscheinungen wie Fieber und Abgeschlagenheit einhergeht. Betroffene müssen ins Krankenhaus und es ist die einzige Akneform, wo wir manchmal sogar initial, zusätzlich zu der dann einzuleitenden Retinoidtherapie kurzfristig Steroide geben müssen. Dann gibt es die inverse Akne, die sich nicht zwingend im Gesicht, sondern vorwiegend im Bereich von Achseln oder inguinal oder submammär zeigt. Auch eine Sonderform, die traditionell noch unter die Akne gezählt wird, aber nach allem, was man weiß, eine eigene Entität ist unter dem großzügig gewählten Oberbegriff Akne. Hier sind operative Verfahren erforderlich, hier bilden sich Fisteln in den genannten Bereichen, die man weder durch eine orale antibiotische Behandlung mit Doxycyclin noch gar lokal in den Griff bekommen kann. Also, es gibt Fälle, die man operieren muss, und es gibt Fälle, die man jetzt systemisch behandeln muss, mit Tumornekrosis-Faktor-Antagonisten, also Adalimumab.


Axel Enninger: Okay, das heißt, das ist aber auch pathophysiologisch schon auch ein bisschen etwas anderes.

 

Peter Höger: Ja, so ist es. Historisch so…

 

Axel Enninger: Nur semantisch noch so… Okay, dann haben wir – oder ich, schon lange her – im Studium immer gelernt, es gibt, – Stichwort „Rosacea“ – quasi die Akne der alten Menschen. Stimmt das noch, oder ist das Quatsch?

 

Peter Höger:  Wenn Sie das Alter von 40 schon als alt bezeichnen, dann ja. [Schmunzeln.] Es ist nicht quatsch, weil es auch die Talgdrüsen sind, die erkranken. Also, es ist nicht die Akne des alten Menschen, sondern die Akne des Erwachsenen, sozusagen. Jenseits des zwanzigsten, eher des dreißigsten Lebensjahr. Es gibt sie allerdings, und häufig wird das verkannt, weil es dieses Dogma gibt, dass es die Akne des Erwachsenen ist, verkannt, dass es sowas auch schon mal bei Kindern geben kann. Aus dem Studium kennen Sie wahrscheinlich das Rhinophym als Maximalvariante der Rosacea. Das haben wir auch schon bei Kindern gesehen. Es ist wirklich selten. Bei alten oder älteren Menschen spielt dann – bei Erwachsenen wohlgemerkt – als Begünstigungsfaktor Alkohol eine gewisse Rolle. Das ist bei Kindern nicht so.


Axel Enninger: Stimmt es tatsächlich, dass man diese Nase sieht, man sieht das Rhinophym und denkt an Alkohol?

 

Peter Höger:  Ja, es ist natürlich ein Vorurteil in vielen Fällen, aber es ist ein Begünstigungsfaktoren, eindeutig. Die Rosacea an sich wird auch verstärkt in ihrem Ausprägungs- und Wahrnehmungsgrad durch scharfe Gewürze als zweiter Ernährungsfaktor, der eine Rolle spielt. Aber es ist nicht die Ursache.


Axel Enninger: Gilt es auch für die Teenies mit den scharfen Gewürzen?


Peter Höger:  Ja, das gilt so. Also, die würde man eher meiden, weil es dadurch schlimmer wird. Aber die Rosacea des Kindes und Adoleszenten ist eine, die sich ganz besonders gerne im Bereich der Augen manifestiert. Entweder an den Lidrändern durch Entzündung der dortigen Talgdrüsen, der meibomschen Drüsen oder gar Mitbeteiligung des Auges selber. Deswegen: Wenn wir dort in diesem Bereich rezidivierend Zysten oder Infektionen haben, sollte ein Augenarzt hinzugezogen werden. Die Ophthalmo-Rosacea ist eine gefürchtete Komplikation der Akne auch schon des Kindes. Sie kann mit Hornhautnarben einhergehen, und deswegen muss sie früher erkannt werden.


Axel Enninger: Auch wenn das jetzt nicht unser heutiges Thema ist: Was macht dann der Augenarzt?


Peter Höger:  Erstens guckt er mit der Lupe sozusagen und forscht nach diesen vorhandenen Entzündungsregionen im Bereich der Bindehaut und der Hornhaut, um sie früh zu erkennen und zu behandeln. Zweitens behandelt er ähnlich am Auge mit Makroliden, die dort als Augensalbe zur Verfügung sind. In schweren Fällen auch oral, nach dem vollendeten achten Lebensjahr, mit Doxycyclin.

 

Axel Enninger: Okay.

 

Peter Höger: Es ist dann noch eine sogenannte „Lidrandtoilette“, so nennt man das, erforderlich. Dabei werden mit speziellen Reinigungslösungen die verklebten Talgdrüsen von dem Sekret befreit. Da gibt es extra Zubereitungen, mit denen es die Patienten täglich selber machen können.

 

Mallorca-Akne, Pomaden-Akne

Axel Enninger: Okay also, das heißt, wenn ich einen Patienten habe, der eine Rosacea hat und auch am Auge ein Problem hat, auch da frühzeitig den Augenarzt zu konsultieren und therapeutisch mit ins Boot zu holen. Dann gibt’s ja noch beim Thema Akne ein paar andere Stichworte. Irgendwann verreisen wir alle vielleicht doch wieder in die Sommerferien. Stichwort „Mallorca-Akne“. Was ist das denn?

 

Peter Höger: Die Mallorca-Akne wird begünstigt durch eine bei heißen Temperaturen zu fette, externe Pflege oder die Anwendung von Sonnenschutzcremes. Sie wird dadurch begünstigt, und es ist nicht ratsam, wenn man eine gewisse Neigung dazu hat, die Cremes weiterzuverwenden. Man sollte aber Sonnenschutz betreiben mit Sonnenschutzgel. Es gibt eine Überlappung. Man kann in der Sonne, auf Mallorca oder sonstwo, auch an einer sogenannten polymorphen Lichtdermatose erkranken, die von manchen laienhaft dann auch als Akneform bezeichnet wird. Das hat nichts mit Akne zu tun. Aber, wie Sie eben sagten, wird es mit im „großen Topf“ genannt. Diese durch Salben begünstigte Akne wird auch traditionell als „Pomaden-Akne“ bezeichnet. Durch übermäßige Anwendung zu fetter Externa kommt es zu einem Verschluss der Talgdrüsen und dann zu akneähnlichen Erscheinungen. Das kann man in jedem Lebensalter beobachten. Ich habe das auch schon bei einem Säugling gesehen, der so richtig übermäßig dick eingecremt wurde, und zwar über längere Zeit.

 

Axel Enninger: Was spricht denn dann dagegen, dass man generell Sonnenschutzmittel benutzt, die eher auf Gelbasis sind?


Peter Höger: Jedes Gel wirkt austrocknend. Das ist ein Vorgang, den wir bei Akne wünschen. Bei jemanden, der zu trockener Haut neigt, ist das aber nicht gewünscht.


Axel Enninger: Das heißt, wenn ich kein Hautproblem habe, brauche ich auch keinen speziellen Sonnenschutz, sondern dann nehme ich den normalen, den ich sonst so kaufen kann. Aber wenn ich dazu neige, brauche ich ein spezielles Mittel.

 

Peter Höger: Ja.

 

Axel Enninger: Okay, vielen, vielen Dank für diese wirklich umfassende Information zum Thema Akne. Ich glaube, wir haben ganz klar herausgefunden, oder Sie haben ganz klar herausgearbeitet, es ist eben ein Teenagerproblem, aber eben nicht nur ein Teenagerproblem. Das traditionelle Element in unserem Podcast heißt Dos und Don‘ts, und Sie dürfen gerne Dinge loswerden, die Sie positiv und auch negativ als Nachrichten loswerden wollen. Die Reihenfolge bleibt Ihnen überlassen. Sie dürfen starten.

 

Schwere Akne – keine Zeit verlieren, mit Dermatologen zusammenarbeiten, Ernährung und Stufenplan, Kinderdermatologie in Deutschland stärken

Peter Höger: Als Kinder- und Hautarzt sitze ich zwischen den Stühlen und darf mir deshalb vielleicht erlauben zu sagen, dass Kinderärzte häufig den absolut nachvollziehbaren Fehler begehen, Hauterkrankungen entweder nicht zu erkennen oder unterzutherapieren, aus Gründen der falsch verstandenen Schutzbedürftigkeit der Kinder. Das sind wir gewohnt als Kinderärzte, das kann ich auch verstehen. Aber es kann dazu führen, dass wir bei schwerer Akne Zeit verlieren, und das ist am Ende nicht mehr wiedergutzumachen. Beispiel: Retinoide! Ich würde wirklich dafür plädieren, und das gilt nicht nur für die Akne, sondern auch für alle anderen unklaren Hauterkrankungen oder schweren Hauterkrankungen, dass man sich frühzeitig mit einem Dermatologen oder einer Dermatologin in der Umgebung anfreundet und einen gegenseitigen Austausch bewerkstelligt. Denn umgekehrt ist der Hautarzt jemand, der nicht unbedingt kinderspezifisch behandelt. Ich erlebe ganz oft, dass die Cremes, die bei Erwachsenen bewährt sind, auch auf die Haut kleiner Säuglinge kommen, aber dort potenziell Nebenwirkungen hervorrufen. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass in Hautkliniken heutzutage selten, noch seltener als früher, Kinder gesehen werden. Das heißt, jemand kann in seiner gesamten Weiterbildung zum Dermatologen kinderfrei Dermatologe geworden sein, obwohl man als Dermatologe eigentlich von 0 bis 100 zuständig ist. Das heißt, der Dermatologe hat ein Defizit, was die pädiatrische Dermatologie betrifft. Das ist ein großes Ausbildungsproblem, das speziell auch in Deutschland herrscht. Es gibt an keiner Uniklinik eine Abteilung für Kinderdermatologie, an Kinderkliniken sowieso nicht, und das ist ein Mangel. In anderen Ländern, Frankreich, Spanien, Italien, England gibt es solche Abteilungen. Das hätte den Vorteil, dass man als Kinderarzt etwas sicherer würde, wenn man eine gewisse Zeit seiner Ausbildung in der Dermatogie mit Kindern verbracht hat, was die Diagnostik von Hauterkrankungen bei Kindern betrifft, und umgekehrt, dass der Hautarzt eine natürliche Scheu entwickelt, was Kinder betrifft, aber auch Modalitäten kennenlernt, wie man kleine Kinder mit Hauterkrankungen behandelt. Also, das ist mein wichtigstes Plädoyer. Das andere Plädoyer ist, dass man a) die Ernährung bedenkt, b) sich einen Stufenplan selbst zurechtlegt und nicht nach dem Motto: ‚Ich habe die Salbe ausprobiert, hat nicht gewirkt, jetzt nehme ich mal diese.‘ Das beobachten wir oft bei Kinderärzten. Also einen Plan braucht man, einen Stufenplan. Da gibt es welche, die veröffentlicht worden sind, die auch international akzeptiert worden sind, und am Ende dieser Stufe muss eben eine Systemtherapie sein, wenn nicht schon mit Retinoiden, dann auch mit Doxycyclin bei Kindern nach dem 8. Lebensjahr.


Axel Enninger: Okay, vielen Dank. Auch Ihr dritter Besuch hat sich unbedingt gelohnt, und ich danke ganz herzlich, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

 

Peter Höger: Sehr gerne. Vielen Dank!

 

Axel Enninger: Und Ihnen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, danke ich fürs Zuhören. Wir freuen uns wie immer über Kommentare. Wir freuen uns über positive Bewertungen auf den üblichen Plattformen, wir freuen uns aber auch über neue Themenvorschläge. Bleiben Sie uns gewogen und bis zum nächsten Mal!

 

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Sprecherin: consilium, der Pädiatrie-Podcast. Das dazugehörige Themenheft finden Sie auf unserer Lernplattform „Wissen wirkt.“ Die Lernplattform steht Ihnen übrigens auch als App für iOS und Android zur mobilen Nutzung zur Verfügung. Vielen Dank, dass Sie reingehört haben. Wir hoffen, es hat Ihnen gefallen und dass Sie das nächste Mal wieder dabei sind. Bitte bewerten Sie diesen Podcast, und vor allem. empfehlen Sie ihn Ihren Kollegen. Schreiben Sie uns gerne bei Anmerkungen und Rückmeldungen an die E-Mail-Adresse: Podcast@infectopharm.com. Die E-Mail-Adresse finden Sie auch noch in den Shownotes.

Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge!

 

Ihr Team von InfectoPharm

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Hilfreiche Informationen:

 

Literatur:

Höger P. Akne von 0 bis 18. consilium Themenheft, Update 2023. InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH.

 

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Conforti C, Agozzino M, Emendato G et al. Acne and diet: a review. Int J Dermatol 2022 Aug; 61(8): 930–934.

 

Eichenfield DZ, Sprague J, Eichenfield LF. Management of Acne Vulgaris: A Review. JAMA 2021; 326: 2055–2067.

 

Höger PH. Kinderdermatologie. Stuttgart: Thieme Verlag, 4. Auflage 2021.

 

Kayiran MA, Karadag AS, Al-Khuzaei et al. Antibiotic Resistance in Acne: Mechanisms, Complications and Management. Am J Clin Dermatol 2020; 21: 813–819.

 

Layton AM, McDonald BS, Mohd Mustapa MF, Levell NJ. National Institute for Health and Care Excellence (NICE) acne guideline: what´s the latest for dermatologists? Br J Dermatol 2022; 186: 424–428.

 

Mavranezouli I, Daly CH, Welton NJ et al. A systematic review and network meta-analysis of topical pharmacological, oral pharmacological, physical and combined treatments for acne vulgaris. Br J Dermatol 2022; 187: 639–649.

 

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Noguera-Morel N, Hernández-Martín A, Torrelo A. Childhood rosacea and related disorders. Clin Exp Dermatol 2021 Apr; 46(3):430–437.

 

Rodriguez Baisi KE, Weaver AL, Shakshouk H, Tollefson MM. Acne incidence in preadolescents and association with increased body mass index: A population-based retrospective cohort study of 643 cases with age- and sex-matched community controls. Pediatr Dermatol 2023; DOI: 10.1111/pde.15223.

 

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Zaenglein A. Acne vulgaris. N Engl J Med 2018; 379: 1343–1352.

 

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