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consilium - DER PÄDIATRIE-PODCAST - Folge #37 - 24.11.2023

 

consilium – der Pädiatrie-Podcast

mit Dr. Axel Enninger

consilium Podcast mit Dr. Axel Enninger

 

 Wenn der Wurm drin ist – intestinale Parasiten 

Axel Enninger: Heute spreche ich mit:

Prof. Dr. Ralf Bialek.

 

 


DR. AXEL ENNINGER…

… ist Kinder- und Jugendarzt aus Überzeugung und mit Leib und Seele. Er ist ärztlicher Direktor der Allgemeinen und Speziellen Pädiatrie am Klinikum Stuttgart, besser bekannt als das Olgahospital – in Stuttgart „das Olgäle“ genannt.

Axel Enninger: Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu einer neuen Folge von consilium, dem Pädiatrie-Podcast. Heute reden wir über intestinale Parasiten, und der Experte dazu ist Professor Ralf Bialek, der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie ist. Was für einen Facharzttitel! Er ist aber auch Kinder- und Jugendarzt, und er ist Leiter der molekularen Erregerdiagnostik der LADR Zentrallabore in Geesthacht und –deswegen sitzt er hier – er macht auch ganz viele Stellungnahmen für den InfectoPharm consilium-Service. Herzlich willkommen, Herr Bialek!

 

Ralf Bialek: Ja, vielen Dank!

 

Dauerbrenner Madenwürmer

Axel Enninger: Was ist denn die häufigste Fragen, die Sie so gestellt kriegen über den InfectoPharm-Service?

 

Ralf Bialek: In der Pädiatrie kommen mit Abstand am häufigsten Anfragen zu Oxyuren, also Madenwürmern. Die einfache Infektion, zur Diagnostik, aber vor allen Dingen auch zu rezidivierenden Infektionen mit Madenwürmern, also die, wo der Kollege oder die Kollegin Sorge hat, dass sie es nicht in Griff bekommen, das ist eigentlich das Häufigste.

 

Axel Enninger: Landet auch häufig beim Kinder-Gastroenterologen. Also, die Frage kriege ich auch häufig. Warum ist das so anstrengend? Warum ist es so kompliziert, oder ist es gar nicht kompliziert?

 

Ralf Bialek: Ja, kompliziert, glaube ich, ist es nicht. Das eine ist, dass die eine oder andere Mutter darauf getrimmt ist zu gucken, ob sie im Stuhl irgendetwas sieht, und wenn sie dann etwas Weißes darin sieht, dann hat sie das Gefühl, das könnten Oxyuren sein, wobei es meist so ist, dass sie dann zum Arzt geht und sagt: ‚Ich hab da etwas gesehen…‘, und dann wird keine großartige Diagnostik gemacht, sondern es wird typischerweise ein Anthelminthikum verordnet, und dann erledigt sich das hoffentlich.

 

Axel Enninger: Kurze Zwischenfrage: Finden wir als Kinder- und Jugendärzte es eigentlich gut, dass Mütter den Stuhl angucken bei einem asymptomatischen Kind?

 

Ralf Bialek: Ja, so richtig verstehen kann ich es auch nicht, aber scheinbar haben sie das Gefühl, sie müssen sich mit darum kümmern und sie müssen da mal draufschauen.

 

Axel Enninger: Aber wollen wir doch eigentlich nicht, oder? Wenn es dem Kind gut geht?

 

Ralf Bialek: Gefühlt nein. Also, wenn das Kind Probleme bekommt, weil es sagt: ‚Mir juckt dauernd der Po‘, oder es gibt auch kleinere Kinder, die nachts tatsächlich aufwachen und schreien, weil sie das Gefühl haben, da zwickt irgendetwas im Po, ja dann, spätestens dann sollte man einmal nach Oxyuren suchen. Es ist auch nicht altersbeschränkt. Wenn man ältere Geschwister hat, kann man durchaus auch als Säugling schon Oxyuren bekommen.

 

Axel Enninger: Und wie gucke ich da jetzt nach? Also nochmal: Bei einem asymptomatischen Kind den Stuhl anzugucken nach irgendwelchen Dingen ist eigentlich Quatsch. Da raten weder Sie noch ich dazu.

 

Ralf Bialek: Definitiv!

 

Perianaler Klebestreifen nach wie vor sinnvoll

Axel Enninger: Und wenn ich jetzt wirklich wissen will: Oxyuren. Was mache ich?

 

Ralf Bialek: Das Vernünftigste ist nach wie vor, einen Klebestreifen aufzukleben, morgens, bevor das Kind gewaschen wird oder sich selbst wäscht, auf die perianale Haut. Die Würmer krabbeln ja aus dem Anus heraus, um ihre Eier auf die Haut abzulegen. Und wenn ich einen Klebestreifen – einen durchsichtigen bitte, damit man ihn später mikroskopieren kann – draufklebe, wieder abreiße oder abziehe – da geht keine Haut kaputt, das tut auch nicht weh – und dann auf einen Objektträger klebe, dann kann man es im Labor problemlos mikroskopieren, oder man kann es auch selbst in der Praxis mit Mikroskop nachweisen, dass da Oxyuren-Eier sind. Wobei man vorsichtig sein muss, dass man sie nicht mit Luftblasen verwechselt. Das passiert mit am häufigsten. Und wenn man sie gefunden hat, dass man dann auch gezielt eine Therapie macht.

 

Axel Enninger: Okay, und also nach Oxyuren im Stuhl zu gucken ist Quatsch?

 

Ralf Bialek: Definitiv. Die Oxyuren müssten im Lumen, sozusagen im Darm kaputt gehen, damit die Eier freigesetzt werden, was sie eher selten tun, damit man sie im Stuhl überhaupt findet. Und Untersuchungen zeigen auch, dass ich von 10 Infizierten nur einen finde, wenn ich die Stuhlprobe untersuche, aber die anderen 9 über den Klebestreifen. Das ist nun mal der Übertragungsweg.

 

Axel Enninger: Und wo kriege ich die denn her? Wo kriege ich die Oxyuren her?

 

Fäkal-orale Übertragung mit Selbstansteckung

Ralf Bialek: Typischerweise und ausschließlich durch Kontakt mit Menschen. Denn Oxyuren sind, wie viele Parasiten, sehr wirtsspezifisch. Das heißt, es gibt keine Haustiere, die mit Oxyuren – jedenfalls nicht denen, die den Menschen befallen – herumlaufen oder vor sich hin leben. Es gibt Oxyuren bei Pferden, bei Hunden, bei Katzen, das kommt durchaus vor. Aber nicht die, die den Menschen tatsächlich auch befallen. Also wirtsspezifisch und durch den engen Kontakt und typischerweise fäkal-oral. Das heißt dadurch, dass ich sie im Schlaf… Also die abgelegten Eier sorgen dafür, dass es zum Juckreiz kommt. Das irritiert die Haut. Der Patient, unabhängig davon, ob es ein Kind ist oder ein Erwachsener, kratzt sich gerne auch im Schlaf, und wenn man dann als Nächstes sein Butterbrot isst, dann futtert man sozusagen die Oxyuren-Eier gleich wieder mit, die ja darauf angelegt sind. Und das ist das Besondere: Innerhalb von sechs Stunden nach Ablage auf der perianalen Haut sind sie bereits infektiös! Bei vielen Würmern ist es so, dass die Eier wochenlang brauchen, um überhaupt ein Stadium zu erreichen, zu reifen, wo sie wirklich wieder infektiös sind. Aber bei den Oxyuren hat es sich so etabliert, dass es innerhalb von Stunden geht, sodass ich mich auch selbst infizieren kann. Das heißt, das Essen von Butterbrot mit den kontaminierten Fingern führt dazu, dass ich mich selbst auch wieder infiziere, aber natürlich auch andere damit infizieren kann.

 

Axel Enninger: Okay, ein plastisches Bild für das, was man im Buch immer als fäkal-oral liest.

 

Ralf Bialek: Naja, sonst ist das ja oft schwierig, es sich vorzustellen. Also wenn gesagt wird: ‚Ja, wenn Sie da auf Toilette gehen, dann holen Sie sich die Salmonellen!‘, oder was auch immer… Also, ich setze mich höchst selten auf meine Hände, wenn ich mich auf die Toilette setze. Die brauche ich für andere Dinge. Von daher kann ich gar nicht so ohne Weiteres die Bakterien aufnehmen. Mit den Oxyuren geht das tatsächlich sehr problemlos.

 

Axel Enninger: Das heißt, Nr. 1: Händehygiene! Kann man daraus schon mal unmittelbar schließen?

 

Ralf Bialek: Definitiv!

 

Mehrzeitige Therapie, weder Hund noch Hamster sind schuld

Axel Enninger: Und jetzt nochmal dieses Rezidivieren: Das sind ja die Fragen, die an Sie gestellt werden und die auch ich als Kinder-Gastroenterologe alle naslang bekomme. Es ist die 3., 4., 5. Episode, beziehungsweise, man wird sie einfach nicht los, die Dinger.

 

Ralf Bialek: Ja, das Ganze ist nicht einfach, weil wir nicht so richtig verstehen, warum es diese rezidivierenden Infektionen gibt. Wir gehen davon aus, dass es Re-Infektionen sind. Das heißt, mit einer einzeitigen Therapie bekomme ich möglicherweise nicht alle eradiziert. Die verschiedenen Medikamente, die zur Verfügung stehen, wirken auch unterschiedlich auf die verschiedenen Stadien der Entwicklung: über das Ei geht es zum Larven-Stadium, dann kommt es zum Adult-Stadium, und die Adulten müssen sich paaren, um Nachkommen zu produzieren, die dann tatsächlich auch auf der perianalen Haut abgelegt werden. Die Medikamente wirken unterschiedlich. Das ist bekannt aus Untersuchung von koreanischen Kollegen Ende der 90er Jahre, dass ich, je nachdem, was ich gebe, eine unterschiedliche Wirkung habe. Wahrscheinlich kriege ich mit einer einzeitigen Therapie die meisten Infektionen in den Griff, aber es kann gut sein, dass ich, wenn es tatsächlich unterschiedliche Stadien gibt, nicht alle getroffen habe, so dass ich mich relativ zügig wieder selbst infiziere. Der Wirt unterhält seine eigene Infektion und infiziert natürlich auch andere. Dann kommt es zu diesen in Anführungsstrichen „Rezidivierenden“.

 

Axel Enninger: Okay, da kann man eigentlich im DGPI-Handbuch nachlesen, was man dann macht.

 

Ralf Bialek: Was wir empfehlen, ist eine mehrzeitige Therapie, einfach von der Idee her, dass es etwa 14 dauert, bis wieder solch ein Zyklus beginnt, wobei in allen Experimenten mit Auto-Infektionen, also gezielten Infektionen von Wissenschaftlern, war es typischerweise so, dass erst nach etwa sechs Wochen die Würmer im Stuhl erschienen, beziehungsweise Eier nachweisbar waren. Wahrscheinlich ist das die Zeit. Also, man braucht länger, aber von der Idee her sagt man: 14-Tage-Zyklus, deswegen am ersten Tag eine Therapie, Tag 14 und Tag 28, dann sollte ich eigentlich alle, die noch nachgekommen sind, nach der 1. oder nach der 2. Therapie spätestens mit der 3. auch erledigt haben und damit die Infektion beseitigt haben.

 

Axel Enninger: Das wäre über einen Monat, manchmal muss man ja länger, oder?

 

Ralf Bialek: Wenn es tatsächlich immer wieder kommt und ich sicher bin, dass niemand sonst in der Familie infiziert ist. Das kommt noch hinzu. Spätestens, wenn es um rezidivierende Infektionen geht, muss ich mal die Haushaltsmitglieder untersuchen. Nochmal: Weder Hund noch Hamster noch Kaninchen noch sonst wie. Auch das Meerschweinchen muss nicht entsorgt werden. Wirklich nur alle im Haushalt Lebenden untersuchen. Wenn da die Eltern sind und die Großeltern, müssen sie auch mit untersucht werden, und genau wie bei den Kindern: Klebestreifen perianal, um zu gucken, ob sie Wurmeier tragen. Und dann auch alle zeitgleich therapieren, ebenfalls mehrzeitig. Dann versuche ich damit, die Infektion aus der Familie herauszubekommen. Wenn es partout hartnäckig wird, gäb‘ s noch die Möglichkeit, dass ich über 16 Wochen alle zwei Wochen eine Therapie mache, um wirklich alle Stadien, die irgendwie in Betracht kommen, zu eradizieren.

 

Axel Enninger: Das heißt, die Empfehlung bezüglich der Haushaltsmitglieder heißt: nur bei nachgewiesenen Infektionen? Oder ist es so, dass man sagt, wir behandeln einfach mal alle Haushaltsmitglieder mit?

 

Ralf Bialek: Das würde ich nicht probatorisch machen. Wir haben verschiedene Vorstellungen, unterschiedliche Ideen dazu, wie so eine Infektion angeht und wie sie sich hält. Es gibt die Überlegung, dass ich ja nicht immer Männchen und Weibchen aufnehme, sondern typischerweise sind es diploide Eier, und daraus kommen nachher die Weibchen, die sind infektiös. Das Weibchen bildet sich, also das Ei reift zum Weibchen heran, dann produziert es Nachkommen über Parthenogenese, das heißt Jungfernzeugung, also auch ohne Begattung, aber das, was sie produziert und absetzt, sind nur haploide Eier und daraus entstehen Männchen, das heißt, sie züchtet sich ihre Partner selbst. Es braucht also einen gewissen Zyklus, um diesen Zustand, dass das Weibchen begattet wird, zu erreichen. Wenn sich das etabliert hat, wird es schwierig. Diese diploiden Eier, wenn die wieder geschluckt werden, entstehen wieder Weibchen, die das Ganze wieder von vorne beginnen lassen. Das scheint wesentlich schwieriger zu eradizieren zu sein, als wenn ich „nur“ – in Anführungsstrichen – Weibchen habe, das Eier ablegt, dann abstirbt und nie begattet wurde. Dann endet irgendwann die Infektion, beendet sich die Infektion von allein.

 

Entscheidend: Handhygiene und beenden einer Onychophagie

Axel Enninger: Die medikamentöse Therapie haben wir besprochen, kann man wie gesagt auch gut im DGPI-Handbuch nachlesen. Den Link dazu würden wir in die Gesprächsnotizen schreiben. Jetzt geistern ja immer ganz viele Hygienemaßnahmen durch die Köpfe. Was ist denn sinnvoll und was ist Quatsch?

 

Ralf Bialek: Es gibt aus dem 19. Jahrhundert schon Beobachtungen. Aus dem 20. Jahrhundert gibt es Beobachtungen, dass man die Wurmeier auch im Hausstaub findet und auf irgendwelchen Gegenstände findet. Natürlich, bei Massenbefall kann so etwas mal passieren. Aber neuere Untersuchungen, sei es in Kindergärten oder in Haushalten, zeigen eigentlich, dass wir die Wurmeier nicht auf allen Spielzeugen und auf dem Boden und sonst wie finden, egal wie viele Kinder infiziert sind. Auch in der Bettwäsche kommt es typischerweise nicht zur Infektion. Dass man nun täglich die Bettwäsche wechseln und die Seidenwäsche verkochen muss? Das bringt alles nichts. Das trägt nicht wesentlich zu Infektionsübertragung bei. Das Wesentliche sind wirklich die Hände, das heißt eine anständige Händehygiene und – sehr wichtig – dass man versucht, die Onychophagie, das heißt das Nägelkauen oder das Knabbern an den Fingern, dass man das möglichst untersagt. Damit ist, ich sag mal, mindestens die Hälfte der Therapie schon erledigt.

 

Axel Enninger: Das heißt, diese ganzen Empfehlungen: Bettwäsche, Handtücher täglich heiß waschen, all solch einen Kram, würden Sie aus infektiologischer Sicht sagen, ist gar nicht notwendig, sondern: Fokussiert euch auf die Hände?

 

Ralf Bialek: Genau.

 

Axel Enninger: Okay.

 

Ralf Bialek: Das heißt der alte Spruch: „Nach dem Stuhlgang, vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen“ ist das A und O. Übrigens in mehreren epidemiologischen Studien in verschiedenen Ländern kommt es immer wieder als Risikofaktor heraus, dass das Knibbeln oder das Kauen an Fingernägeln, ständig die Finger oder die Hand in den Mund zu stecken – aus welchen Gründen auch immer, weil man gerade nachdenkt oder weil es so ein Habitus ist, den man hat – das führt signifikant häufiger zu Infektionen, als wenn man diese verschiedenen Marotten nicht an den Tag legt. Das ist tatsächlich das A und O.

 

Axel Enninger: Also Händehygiene und Fingernägelkauen, -knabbern.

 

Ralf Bialek: Unterlassen!

 

Axel Enninger: Nächtlicher Juckreiz, haben wir gesagt, ist das wesentliche Thema. Sind chronische Bauchschmerzen eine Assoziation oder nicht?

 

Ralf Bialek: Es gibt immer mal wieder auch Bauchschmerzen bei Oxyuren. Was ich vorhin geschildert habe, dieser Schmerz im Anus, dass da irgendetwas ist. Manche Kinder sind sehr feinfühlig, die merken es. Sie merken Wanderungen oder Bewegungen offensichtlich, aber das Gros der Betroffenen merkt eigentlich gar nichts davon. Ja, der Juckreiz führt dann auch zum perianalen Ekzem, zu einem ausgeprägten. Es kann letztlich auch superinfizieren. Bei Mädchen eben auch im Genitalbereich. Der eine oder andere Wurm verirrt sich auch tatsächlich vaginal, wird da vorübergehend beherbergt, kommt von da aus und sorgt dafür, dass wieder Eier abgelegt werden. Aber irgendwann stirbt dieses Tier auch, und intravaginal gibt es keine Vermehrung, also hält sich solch ein Zyklus nicht von alleine aufrecht. Deswegen muss ich es nicht gesondert behandeln. Wenn ich die übrige Hygiene und die Regeln befolge und therapiere, dann bekomme ich automatisch auch den vaginalen Befall über kurz oder lang mit in den Griff.

 

Axel Enninger: Mir als Kinder-Gastroenterologe ganz wichtig: Der übliche chronisch rezidivierende Bauchschmerz ist in aller Regel nicht assoziiert mit Oxyuren.

 

Ralf Bialek: Eher nicht.

 

Axel Enninger: Perianales Ekzem, tatsächlich Superinfektion: Bitte, bitte, denken Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch an die Streptokokken, die da manchmal sitzen. Das ist durchaus ein nicht so ganz seltenes Thema. Dann einen ordentlichen Analabstrich machen und ordentlich behandeln, im Zweifelsfall länger als man so denkt. Oder? Da würden Sie mir als Infektiologe zustimmen?

 

Ralf Bialek: Ja, und vor allem muss man sie systemisch mit einem Antibiotikum behandeln. Die perianale Streptokokkeninfektion ist heftig, macht tüchtig Schmerzen und führt letztlich auch zum Stuhlverhalten. Also, das ist sehr unangenehm.

 

Axel Enninger: Genau, da werden Sie mit keiner Salbe dieser Welt irgendetwas.

 

Ralf Bialek: Nee.

 

Blastocytis hominis, Dientamoeba fragilis

Axel Enninger: Dann nehmen wir nochmal den Spielball „Bauchschmerzen“ auf. Wir haben jetzt gesagt, Oxyuren sind es nicht. Was man relativ häufig sieht auf den mikrobiologischen Befunden ist „Nachweis von Blastocystis hominis“. Das führt immer zu relativ viel Beunruhigung: ‚Mein Kind hat so und so…, und das ist der Grund für die Bauchschmerzen.‘ Was ist denn da dran?

 

Ralf Bialek: Tja, schwer zu sagen. Von der Idee her ist es so: Blastocystis hominis ist ein Straminopiles, steht also an der Kreuzung zwischen Tieren und Pflanzen. Seit 100 Jahren gibt es in der Literatur den Streit darum, ist er pathogen oder ist er nicht pathogen? Derzeit ist man der Meinung, dass er eher apathogen ist. Etwa 30 %, wenn man Reihenuntersuchungen macht, dann sieht man etwa zu 30 % Befall. Also ist er gar nicht so selten, eigentlich eher nicht mit Symptomen assoziiert und daher eigentlich auch nicht behandlungspflichtig. Das ist im Moment die Lehrmeinung. Das kann sich natürlich ändern. Lamblien haben auch 300 Jahre gebraucht, bevor sie als Pathogene anerkannt wurden von der WHO. Von daher kann sich noch etwas ändern. Aber alle Untersuchungen, die ich kenne, auch Versuche über Enzymmuster und bestimmte Serotypen zu differenzieren – die einen machen Durchfälle oder Bauchschmerzen, die anderen nicht – das ist nicht konsistent und nicht so, dass man sagen kann: ‚Ja, wenn wir die und die haben an Blastocystis hominis, dann müssten wir unbedingt behandeln. Nein!

 

Axel Enninger: Also das heißt, Stand 2023, Blastocystis hominis-Nachweis hat keine klinische Relevanz, und die „Generation Mengenlehre“ weiß einfach: Menge A, Menge B, und dann gibt es eine Schnittmenge von den chronischen Bauchschmerzen, aber das heißt nicht, dass die chronischen Bauchschmerzen durch Blastocystis hominis irgendwie verursacht sind. Okay.  Ähnliches Thema oder nicht ähnliches Thema? Dientamoeba fragilis, auch Nachweis im Stuhl? Bauchschmerzen oder nicht, behandeln oder nicht?

 

Ralf Bialek: Also, von der Idee her gibt es möglicherweise eine Assoziation zu Oxyuren, wird immer gesagt bei Dientamoeba fragilis. Dientamoeba fragilis ist in den Niederlanden und in Australien als Pathogen bei Kindern anerkannt, der Rest der Welt hält sich eher zurück. Den finden wir auch relativ häufig, verschwindet auch wieder von alleine. Ob man den wirklich behandeln muss, ist ebenfalls unklar, würde ich eher auch nicht behandeln. Es wird gern Metronidazol gegeben, steht in allen Büchern drin, aber in Studien ist es eigentlich nicht wirksam. Wenn, dann Iodoquinol, aber das ist eine Substanz, die in Deutschland aufgrund der zentralnervösen Nebenwirkungen eigentlich nicht gegeben werden soll. Also, wir haben eigentlich kein gutes Medikament, um Dientamoeba fragilis tatsächlich zu eradizieren, und wenn man sie tatsächlich nach Behandlung nicht mehr findet, ist es wahrscheinlich eine Spontaneradikation.

 

Axel Enninger: Wieso haben die Holländer die Daten anders interpretiert als der Rest der Welt?

 

Ralf Bialek: Weiß nicht, je nachdem, wer Meinungsführer ist, gibt es Leute, die sagen: ‚Aber unbedingt!‘ Die [Anmerkg.: also die Holländer/Niederländer] haben diese Assoziation, aber wie gesagt, der Rest der Welt, mit Ausnahme der Australier, ist davon nicht überzeugt.

 

Axel Enninger: Also auch da versuchen, den Ball flach zu halten. Also: Blastocystis hominis-Nachweis und Dientamoeba fragilis, liebe Kolleginnen und Kollegen, Herr Bialek sagt: ‚Ignoriert es, macht euch keine Sorgen.‘ Und Eltern, die nach den Befunden fragen und das sehen, möglichst beruhigen.

 

Ralf Bialek: Das Negative ist, dass wir mittlerweile die Stuhldiagnostik über PCR-Diagnostik machen, und da ist natürlich immer alles drin. Multiplex ist schön, will jeder haben und man freut sich immer, wenn man etwas Positives findet. Ja, es wird dann häufiger Dientamoeba fragilis und Blastocystis hominis nachgewiesen. Aber noch mal: Ich warne davor, aus jedem Befund, nur weil die DNA nachgewiesen wurde, eine therapiepflichtige Infektionskrankheit zu machen.

 

„Lamblien“ = Giardia

Axel Enninger: Das höre ich extrem gern, vielen Dank. Jetzt haben Sie vorhin die Lamblien schon erwähnt. Die müssen wir ernster nehmen, oder?

 

Ralf Bialek: Ja, denn Lamblien können tatsächlich Symptome auslösen. Es sind ja Flagellaten, die sich auf die Dünndarmoberfläche setzen, sich dann querteilen, dadurch vermehren und mehr oder weniger den Dünndarm auskleiden wie eine Tapete. Das heißt, es kommt definitiv zu Resorptionsstörungen und eine chronische Lambliasis oder Giardiasis, wie es jetzt bezeichnet wird – der Erreger heißt ja Giardia lamblia oder Giardia duodenalis korrekt, von der Taxonomie her – die machen im Grunde ein Bild wie eine Zöliakie. Das darf man nicht unterschätzen. Ja, es gibt natürlich auch Träger, die keine Symptome haben, wie immer bei den verschiedenen Organismen. Aber wenn Symptome auftreten, zusammen mit Lamblien, die man nachgewiesen hat, dann sollte man sie auch behandeln.

 

Axel Enninger: Nochmal, wie muss ich jetzt, 2023, zur „Lamblie“ sagen?

 

Ralf Bialek: Eigentlich heißen sie Giardia duodenalis. Das war Herr Giard aus Tschechien, der sie gefunden hat, zusammen mit Herrn Lambl, auch aus Tschechien, aber der ist irgendwie auf der Strecke geblieben in der Taxonomie.

 

Axel Enninger: Alles klar! Also so heißen sie jetzt gerade. Unabhängig davon, wie sie heißen, machen sie Ärger. Und das ist tatsächlich auch immer spannend bei uns Kinder-Gastroenterologen:  histologisches Bild Lamblienbesiedlung und Zöliakie-Zottenatrophie kriegen Sie nicht auseinander! Das ist bei dem einen oder anderen Patienten, den wir vorgestellt kriegen, der eine vermeintliche Zöliakie hat, auch so: ‚Mein Kind hat eine Zöliakie!‘ Dann guckt man, dann hatte er nie Antikörper. Da muss man irgendwie kritisch nachfragen. Wo kriege ich Lamblien her? Früher hieß es, immer nur mit Reiseanamnese, und ich sage mal: Kriegt man auch mitten in Stuttgart.

 

Ralf Bialek: Ja, das kann man auch in Deutschland erwerben. Es gibt verschiedene Genotypen, die man heute differenziert, denn Lamblien gibt es auch bei Hunden und bei Katzen und bei anderen Säugetieren. Sie sind gar nicht so selten, aber auch da eine gewisse Wirtsspezifität, sodass es nicht unbedingt miteinander austauschbar ist. Aber theoretisch kann man sich auch am Hund infizieren, der Hund sich am Menschen infizieren, das ist durchaus denkbar. Aber wie gesagt, immer fäkal-orale Übertragung. Typischerweise wird man sie irgendwo unterwegs holen, zum Beispiel, wenn man in Naturgewässern badet. Da kann das mal passieren. Beim River-Rafting ist es modern. Wenn die Leute von Reisen wiederkommen, viele Freizeitaktivitäten haben, mit Naturgewässern Berührung haben, dann bringen sie gelegentlich mal Lamblien mit. Und wer in Indien war, hat Indien wahrscheinlich nicht richtig erlebt, wenn er nicht mit Blähungen kommt. Das ist das typische Bild, der hat Lamblien mitgebracht. Die sind hässlich, weil sie gelegentlich mal Resistenzen haben, und die sind dann schwierig zu behandeln. Aber was hierzulande an Lamblien gefunden wird, was hier erworben wird, kann man eigentlich auch problemlos behandeln.

 

Axel Enninger: Diagnostik bei Lamblien?

 

Ralf Bialek: Stuhldiagnostik, wie immer, und entweder eine Mikroskopie, aber heute modern PCR. Und die ist extrem zuverlässig, wie auch der Antigentest schon sehr zuverlässig war.

 

Axel Enninger: Eine, zwei, drei Stuhlproben?

 

Ralf Bialek: Die Ausscheidung von Parasiten ist immer intermittierend, das heißt, es kann immer mal passieren, dass ich in einer Stuhlprobe nichts finde. Deswegen macht man zur Sicherheit, um die Sensitivität wirklich nach oben zu treiben auf über 95%-Nachweis, macht man es typischerweise 3-mal. Vielleicht werden wir eines Tages, wenn wir mehr PCR-Ergebnisse haben, davon abweichen und sagen: ‚Nee, wenn da welche sind, finden wir sie immer!‘ Das kann ich aber noch nicht abschließend sagen.

 

Axel Enninger: Das heißt, wir wollen drei Stuhlproben, aber die wollen wir von drei unterschiedlichen Tagen, nicht drei vom gleichen Tag.

 

Ralf Bialek: Ja, und vor allem nicht drei von einer Portion! Nur weil viel Stuhl im Becken liegt, sozusagen, muss man nicht drei Portionen davon abfüllen. Ja, und man kann sie sammeln.

 

Axel Enninger: Also, die Version kannte ich jetzt noch gar nicht. [Schmunzeln]

 

Ralf Bialek: Es gibt nichts, was es nicht gibt, und dann gerne in Marmeladengläsern oder Gurkengläsern oder wie auch immer. Also, es gibt auch Stuhlröhrchen, in die man abfüllen kann, davon mal ganz abgesehen. Es ist so: Ich brauch weder den Patienten noch die Stuhlprobe warm im Labor. Die Zysten der Lamblien sind nun mal definitiv als Dauerform gedacht, umweltresistent, und die überstehen ein Wochenende oder auch mal zwei Wochen im Stuhl völlig problemlos. Dann kann ich sie immer noch nachweisen. Mit der PCR hat es den Vorteil, dass ich, wenn jemand eine akute Infektion hat und überwiegend Trophozoiten mit einer schnellen Darmpassage, dann sehe ich natürlich nicht die Zysten, die umweltresistent sind, und die Trophozoiten sind kaputt, wenn ich den Stuhl mikroskopisch untersuche. Da macht es dann tatsächlich Sinn, mit Antigen oder eben PCR nachzuweisen, und deswegen: Wenn da etwas gefunden wird, dann ist es auch eine Giardieninfektion.

 

Axel Enninger: Okay, das heißt: 3 Stuhlproben von 3 verschiedenen Tagen, und „warm“ ist nicht mehr. Woher kommt dieser Mythos mit dem „warm“? Das haben wir alle irgendwann mal als Assistenzärzte gelernt. Woher kommt das?

 

Ralf Bialek: Es geht im Prinzip um die Amöbenruhr. Wenn Sie eine Entamoeba histolytica-Infektion haben und blutigen Durchfall haben, dann finden Sie in dem schleimig-blutigen Stuhl die Trophozoiten. Sie haben eine amöboide Bewegung, und darüber werden sie – oder wurden sie ursprünglich mal – identifiziert über die Mikroskopie. Wenn der Stuhl dann kalt ist, dann bewegen sie sich nicht mehr, dann sehen sie aus wie alles andere auch. Dann kann man sie nicht ohne Weiteres differenzieren. Deswegen die Idee, bei Amöbenruhr bitte Stuhl oder Patient „warm“ ins Labor, dass wir gucken können, ob wir da irgendetwas finden.

 

Axel Enninger: Aber die Zeiten sind vorbei?

 

Ralf Bialek: Da machen wir PCR und vergessen das.

 

Axel Enninger: Genau, da machen wir einen Haken dahinter und vergessen es ein für alle Mal, obwohl die Älteren unter uns das früher alle mal so gelernt haben. Dieses „3-mal, 3 verschiedene Tage“ gilt für alle Parasiten, oder?

 

Ralf Bialek: Also ja, muss man so sehen. Insbesondere auch bei Helminthen ist es nicht so, dass ich in jeder Stuhlprobe wirklich konstant Eier finde. Die Ausscheidung ist intermittierend, und ich steigere einfach die Sensitivität mit den drei Stuhlproben. Neulich hatten wir eine Patientin, da haben wir die Freude gehabt, einen anderthalb Meter, beziehungsweise knapp zwei Meter langen Bandwurm zu finden, aber in der Stuhlprobe haben wir nicht ein Ei gefunden, obwohl jedes Proglottid – von den Hunderten, die wir gefunden haben – wenigstens 1.000 Eier hatte! Also, eigentlich war genug Potenzial da, in der Mikroskopie etwas zu finden, aber der Stuhl war völlig blande. Mikroskopisch negativ.

 

Axel Enninger: Ich glaube, der eine oder andere Zuhörer wird jetzt bei der Vorstellung eines… wie lang war der Bandwurm?

 

Ralf Bialek: Der war nur… also das Stück, das wir bekommen haben, war 1 ½ beziehungsweise 2 m. Wir haben es mal aufgedröselt und abgemessen, knapp 2 m. Insgesamt werden sie ja durchaus 6 bis 10 m lang.

 

Axel Enninger: Jubelt man da, weil man es so cool findet?

 

Ralf Bialek: Das „Parasitologenherz“ schlägt höher! [Schmunzeln].

 

Axel Enninger: Und alle anderen denken nur: ‚Wie eklig!‘ Okay. Wie behandele ich denn Lamblien?

 

Ralf Bialek: Standardtherapie ist Metronidazol, nach wie vor. Es wirkt problemlos. Über sieben Tage gegeben, hat diesen metallischen Geschmack, ist ein bisschen unangenehm. Tinidazol wäre eine Alternative, in Deutschland nicht zugelassen, muss man, glaube ich, aus der Schweiz importieren, wir haben jedenfalls hier kein verfügbares Medikament. Das wäre dann nur einmal am Tag und dann für drei Tage, mindestens genauso effektiv.

 

Klimawandel und Darmparasiten?

Axel Enninger: Okay, also klassisches Metronidazol. Und nochmal: Lamblien geht auch ohne Reiseanamnese, ganz wichtig! Nachgucken und dran denken. Reiseanamnese ist vielleicht das nächste Stichwort. Wir alle lesen gerade in der Zeitung, dass wir mit anderen Moskitos in Kontakt kommen, dass wir über andere Erreger nachdenken müssen. Wie ist das mit den Darmparasiten?

 

Ralf Bialek: Ja, ich sehe das nicht, dass wir plötzlich vermehrt Helminthen finden aufgrund der veränderten Klimabedingungen. Dafür gibt es eigentlich keinen Anhalt. Also, wenn wir die Schistosomiasis eines Tages importieren, brauchen wir erst mal genügend Schistosomenträger, dann brauchen wir noch die einheimischen Schnecken, die sich daran gewöhnen, diesen Erreger jetzt tatsächlich zu vermehren, dass er infektiös wird. Und dann müssen wir alle noch ins Wasser gehen, damit wir von diesen Schistosomen, also von den Gabelschwanzlarven, auch getroffen werden, so dass wir die Schistosomiasis entwickeln. Da sehe ich klimatisch eher kein Problem. Alle anderen Parasiten, seien es Ascariden, Hakenwürmer, was es da so alles gibt, die typischerweise zugeführt werden über kontaminierte Produkte – sprich Nahrungsmittel oder kontaminiertes Wasser – davon haben wir auch nicht genügend Träger in der Bundesrepublik, als dass wir davon ausgehen müssen, dass wir mit diesen Würmern plötzlich eine Pandemie oder eine Epidemie entwickeln. Einfach vom Übertragungsmechanismus: Die Würmer brauchen eine gewisse Zeit, um sich überhaupt zu entwickeln. Sie müssen sich paaren, bleiben im Darm, dann werden die Eier ausgeschieden. Dann brauchen sie mehrere Wochen, bis sie infektiös werden. Der wesentliche Schritt, um das zu eradizieren, weitgehend zu reduzieren, ist im Grunde gewesen, dass man darauf verzichtet hat, menschliche Fäkalien auszubringen zur Düngung. Damit brachte man auch die Wurmeier aufs Feld, und wenn der Salat dann reif war und geerntet wurde, dann waren die Eier immer noch vital und man hat sich darüber infiziert. Das spielt aber heute eine Rolle mehr.

 

Ascariden inzwischen eine Seltenheiten

Axel Enninger: Wollt ich gerade sagen. Sehen Sie das denn überhaupt noch?

 

Ralf Bialek: Extrem selten.

 

Axel Enninger: Wenn ich an mein Studium denke, da gab es immer verschiedene Erreger, und da musste man überlegen, was ist der Zwischenwirt und wie heißt die Form und so weiter. Das hat man irgendwie mühsam auswendig gelernt und hat sich immer gefragt, wie ist denn das eigentlich wirklich klinisch relevant? Würden Sie jetzt sagen: ‚Nee, Mut zur Lücke, das muss man echt eigentlich nicht wissen?‘

 

Ralf Bialek: Naja, es ist nicht uninteressant es zu wissen. Ich persönlich freue mich über die Lebenszyklen. Mich fasziniert es auch, wie ein Mikroorganismus es schafft, sich im Makroorganismus wohlzufühlen, und Parasiten schädigen ja typischerweise ihren Wirt nicht. Also, das ist schon phänomenal! Und sie tricksen ja letztlich auch, zumindest zeitweise, unser Immunsystem aus. Also, das ist schon faszinierend, diese Auseinandersetzung. Schließlich: „Wer Parasiten hat, ist nicht allein“, heißt es unter Parasitologen. Von der Häufigkeit: Wir sehen extrem selten Ascaridenbefall. Auch hier typischerweise dann erworben, zum Beispiel möglicherweise durch Kontakt mit Schweinekot. Beim Schwein kommt auch der Spulwurm vor, nennt sich da – Ascaris suum – wobei, wenn man eine Ganzgenomanalyse macht, dann unterscheiden sie sich nicht. Ascaris lumbricoides, der beim Menschen vorkommt, und A. suum, der beim Schwein vorkommt, das vermischt sich tatsächlich. Das heißt, ich kann mit dem Schweinespulwurm infiziert werden und dann im Darm Ascariasis entwickeln. Aber bei der Schweinehaltung heutzutage, die mehr oder weniger Reinraumluftbedingungen erfüllt, haben die Schweine gar keine Chance, sich einen Ascaris zuzuziehen. Von daher ist das tatsächlich eine Seltenheit. Wir kriegen hin und wieder Würmer ins Labor geschickt mit der Frage: ‚Ist das nicht ein Ascaris?‘ 70 % etwa sind Regenwürmer, die wir finden, wobei dann Stein und Bein geschworen wird, dass dieser Regenwurm sich tatsächlich in der Toilette befand. Ich weiß nicht, ob die Kinder den dann quasi aus der Tasche herausgeholt haben, reingeworfen haben und dann gesagt haben: ‚Hier Mama, guck mal, was da ist‘ – das führt dann zu Panikattacken, das kann den einen oder anderen auch amüsieren – oder dass er zufällig schon anwesend war, bevor das Kind auf Toilette gegangen ist.

 

Axel Enninger: Was steht denn auf dem Befund, wenn Sie einen Regenwurm finden?

 

Ralf Bialek: Wir identifizieren ihn als solchen und teilen dann mit, dass wir ihn anschließend nach Begutachtung freigesetzt haben in der Natur, bei uns im Garten.

 

Axel Enninger: Sehr gut, und wie heißt der Regenwurm lateinisch?

 

Ralf Bialek: Hm, A. lumbricoides ist ja der regenwurmartige Ascaris, aber ich komme im Moment nicht auf den Namen.

 

Cestoden und ein alter Mythos

Axel Enninger: Das heißt, 70 % sind tatsächlich Regenwürmer, auch spannend. Die normalen Ascariden sind kein wildes Thema mehr. Wir streben jetzt hier beim Aufnahmetermin auf den Herbst zu. Dieser „Mythos“ Beerensammeln und Bandwürmer: Was ist denn da dran?

 

Ralf Bialek: Naja, was man natürlich fürchtet, wenn man aus dem Schwabenland kommt und auf der Alb unterwegs ist, dass man sich möglicherweise den Fuchsbandwurm zuziehen kann.

 

Axel Enninger: Genau, das hört man immer wieder, liest man immer wieder. Ich habe noch nie einen Patienten gesehen.

 

Ralf Bialek: Was der wesentliche Unterschied zu den anderen Bandwürmern ist, was ich vorhin erwähnt habe: Bei der Infektion mit dem Echinococcus ist der Mensch im Grunde genommen Fehlwirt, Zwischenwirt. Also das, was sonst in der Maus abläuft, dass die Larve sich entwickelt zu einer Zyste, bzw. zu multiplen Zysten beim Fuchsbandwurm, das ist das Stadium des Zwischenwirtes. Der Hundebandwurm entwickelt sich nur im Hund oder im Hundeartigen bzw. im Fuchs oder Fuchsartigen. Das sind letztlich die Endwirte. Zwischenwirte sind Mäuse oder Schafe beispielsweise. Wenn wir zufällig diese Eier aufnehmen, dann können wir mal als Fehlwirt, sozusagen als Zwischenwirt fungieren. Von der Idee her ist es so, dass man früher immer gesagt hat: ‚Bloß nicht die Beeren im Wald essen!‘ Also Heidelbeeren oder so etwas sammeln und dann möglicherweise auch noch ungewaschen genießen. Ich gehörte auch dazu. Es zeigen genügend Untersuchungen, epidemiologische Untersuchungen, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen Beerensammeln und Echinokokkose.

 

Axel Enninger: Sie gehören zu denen, die sagen: ‚Macht das ruhig, ist in Ordnung‘?

 

Ralf Bialek: Nachdem ich mich jahrelang mit meiner Frau gestritten habe, die als Biologin darauf bestand, dass die Kinder sowas auch essen dürfen, und ich sagte: ‚Nee, da gibt es ja den Fuchsbandwurm!‘, musste ich mich eines Besseren belehren lassen. Das stimmt nicht, also sie können definitiv die Beeren auch essen.

 

Axel Enninger: Das heißt, da ist aus Ihrer Sicht infektiologisch Fuchsbandwurm kein relevantes Thema beim Beerensammeln jetzt im Herbst.

 

Ralf Bialek: Nö.

 

Axel Enninger: Wunderbar, ist doch eine prima Nachricht. Wenn ich aber trotzdem denke, da könnte irgendwie eine Echinokokkose sein, wie mache ich das dann?

 

Ralf Bialek: Das ist schwierig. Eigentlich braucht es wahrscheinlich Jahre, bevor sich tatsächlich eine Echinokokkose bei Menschen in Form der Hydatidenkrankheit, also eine singuläre, ständig wachsende Zyste, bildet, oder aber in der Leber beim Fuchsbandwurm eine Zyste auf die andere kommt und es dann zum invasiven Prozess kommt. Dann muss man es noch merken. Wenn Sie nicht zufällig ein Ultraschall machen, weil das Kind ohnehin bei Ihnen untersucht wird, dann sehen Sie es möglicherweise nicht, bis die Leberkapsel mal anfängt zu spannen und Schmerzen macht und dann tatsächlich nachgeguckt wird. Das kann Jahre dauern. Das heißt, wenn ich denke, ich bin im Wald gewesen, und das Kind hat sich jetzt plötzlich irgendetwas in den Mund gesteckt, wenn das man nicht Fuchslosung war, dann kann ich im Prinzip nichts machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass, selbst wenn da Echinokokken-Eier drin gewesen sind, dass die Infektion angeht im Sinne einer Infektion mit den Larven, die beträgt wahrscheinlich maximal 30 %, wenn überhaupt. Wir wissen eigentlich zu wenig, weil die Zeiten, bis sich tatsächlich mal Symptome entwickeln, Jahre betragen. Dann weiß ich ja nicht, wann hat sich derjenige eigentlich infiziert? Viele Möglichkeiten bleiben da nicht. Ich würde nicht dazu tendieren, jetzt probatorischen Albendazol zu geben, ein potenziell hepatotoxisches Medikament. Das kann man nicht so ohne Weiteres machen, zumal ich nicht weiß, ob ich in diesem frühen Stadium überhaupt schon eine effektive Therapie machen würde. Also, ob die Prophylaxe – oder Chemoprävention könnte man es nennen – ob die tatsächlich greift. Dafür gibt es eigentlich keinen Anhalt. Deswegen würde ich erst mal gar nichts machen und vor allen Dingen die Eltern beruhigen. Ich würde auch davon Abstand nehmen, jetzt jährliche Kontrollen zu machen. Ob ich irgendetwas in der Leber sehe, das ist ja wie eine Selbstkasteiung. Die Eltern haben jedes Mal zu diesem Termin Panik, dass irgendetwas gefunden wird. Ich weiß, nicht alle Kollegen, auch aus der Szene der Parasitologen, teilen diese Auffassung. Aber wenn Sie als Gastroenterologe sagen, dass Sie nie eine Echinokokkose gesehen haben, dann kann das für Kindes- und Jugendalte nicht so relevant sein. Wir haben nicht Unmengen von Zahlen von Infizierten. Von daher glaube ich, ist dieses Verfahren das Vernünftigste.

 

FSME ist relevanter als Würmer im Wald

Axel Enninger: Sehr gut, also, das heißt, Würmer drohen nicht im Wald. Wir beide wollen, glaube ich, loswerden, dass viel wichtiger, wenn man an den Waldspaziergang denkt, wir kurz über FSME reden müssen, oder?

 

Ralf Bialek: Hm! Passt zwar nicht zu den Parasiten, aber…

 

Axel Enninger: Passt gar nicht zu den Parasiten, aber das höhere Risiko im Wald, als mir einen Wurm aufzuschnappen, ist FSME, oder?

 

Ralf Bialek: Naja, also diejenigen, die regelmäßig nach Hause kommen und von Zecken befallen sind, wenn sie im Wald waren, sollten in den Gebieten, wo es FSME gibt, wahrscheinlich besser geimpft sein. Die Manifestation ist ja gering, aber kann halt nachhaltig sein und schwerkrank machen. Von daher macht es Sinn, dagegen Impfungen zu geben und sich impfen zu lassen, wenn man tatsächlich ein Risiko dafür hat. Die Tatsache, dass ich nach Stuttgart reise, würde mich jetzt nicht dazu bringen, zu sagen, da gibt es in der Nähe FSME, also lasse ich mich vorsichtshalber impfen, zumal ich noch nie erlebt habe, dass ich im Wald tatsächlich eine Zecke erworben habe. Also entweder halte ich mich zu sehr an die Wege und bin zu wenig Querfeldeingänger, oder sie mögen mich schlicht und ergreifend nicht.

 

Axel Enninger: Grundsätzlich würden wir jetzt mal sagen, FSME ist ein relevanteres Thema als Würmer im Wald.

 

Ralf Bialek: Ja, ganz sicher.

 

Welche Stuhldiagnostik?

Axel Enninger: Was mich immer beschäftigt, ist Diagnostik, die vernünftig ist, und Diagnostik, die unsinnig ist: unspezifische Bauchschmerzen. Wie viel Stuhldiagnostik ist vernünftig, wie viel Stuhldiagnostik ist blöd? Nicht-infektiologisch, was wir Kinder-Gastroenterologen immer gerne haben, ist ein Inflammationsmarker. Calprotectin ist ein super Parameter, hoher negativer Vorhersagewert. Aber jetzt erregermäßig?

 

Ralf Bialek: Also, von der Lehrmeinung her wird man immer versuchen, Parasiten auszuschließen, denn man kann es letztlich nur aufgrund des klinischen Bildes nicht sicher ausschließen. Auch Oxyuren machen gelegentlich mal Bauchschmerzen, das ist noch der einfachste Nachweis und mit Abstand das Häufigste, das vorkommt. Wenn das Kind nie im Ausland gewesen ist, ist die Wahrscheinlichkeit für andere Parasiten, seien es Hakenwürmer, Peitschenwürmer, Ascariden, also Spulwürmer, extrem gering. Ja, man kann natürlich, wenn man ganz sicher sein will, auch eine Stuhldiagnostik machen, wieder drei Stuhlproben von verschiedenen Tagen, um sicher zu sein, ich habe auch nichts übersehen.

 

Axel Enninger: Okay, das wollen wir machen. Wir wollen die Parasiten ausschließen, aber wir wollen keine Stuhlanalysen von allem Möglichen, was da bei uns im Stuhl wächst, oder? Kann ich das Statement von Ihnen als Infektiologe bitte bekommen?

 

Ralf Bialek: Ja, definitiv, denn bei chronischen Bauchschmerzen wird ja auch immer nach Bakterien gesucht und Viren gesucht. Die machen keine chronischen Durchfälle oder chronische Bauchschmerzen. Es gibt natürlich Salmonellen-Dauerausscheider, aber die haben typischerweise keine Bauchschmerzen. Sie merken ja nichts davon.

 

Axel Enninger: Gibt es noch einen Erreger, der Ihnen am Herzen liegt, den Sie gerne erwähnen möchten?

 

Ralf Bialek: Zur Diagnostik vielleicht nochmal grundsätzlich: Was ich immer wieder erlebe, ist, dass auf dem Überweisungsschein steht: „Verdacht auf Echinokokkose“, und ich kriege eine Stuhlprobe. Prinzipiell, wenn der Mensch Endwirt ist, das heißt, es zur Reifung kommt, also die Parasitenstadien, die ich aufgenommen habe, sich zu Adulten entwickeln, sich paaren und Nachkommen produzieren, oder der Bandwurm macht eine eigene Befruchtung sozusagen, dann kann ich auch im Stuhl nach Wurmeiern suchen. Wenn es sich aber um Larveninfektionen handelt, wie bei der Echinokokkose, bei der Toxocariasis zum Beispiel, den Spulwürmern von Hund und Katze, dann brauche ich den Stuhl nicht zu untersuchen. Da finde ich nichts, weil sie nicht das Stadium erreichen, wo sie Eier oder Laven produzieren würden. Da muss ich die Serologie bemühen. Da macht es Sinn, auch mal nach Antikörpern zu suchen, aber nicht nur einen Screeningtest, sondern ich muss verifizieren, dass es wirklich spezifische Antikörper sind. Und: Eine Toxocarasis ohne Eosinophilie gibt es eigentlich nicht.

 

Stuhldiagnostik und Serologie, V.a. Madenwurm bitte Klebestreifen, Stichwort „Eosinophilie“ und das gute Händewaschen

Axel Enninger: Okay, Herr Bialek, es gibt eine Tradition in diesem Podcast, die lautet: Dos & Don’ ts. Da dürfen Sie Dinge positiv empfehlen: unbedingt! Und Sie dürfen auch von Dingen abraten. Die Reihenfolge dürfen Sie gerne selber festlegen.

 

Ralf Bialek: Das mit der Serologie und mit den Stuhlproben habe ich ja schon erklärt. Je nachdem, ob Endwirt oder Zwischenwirt, muss man sich entscheiden, setzt man das eine oder das andere als Diagnostikum ein? Das Zweite ist, wenn Verdacht auf Madenwurminfektion, bitte Klebestreifen, bitte keine Stuhlproben, weil man definitiv die Chance reduziert, die Infektion auch tatsächlich nachzuweisen. Der letzte Punkt oder einer der weiteren Punkte ist die Eosinophilie. Nicht jede Eosinophilie ist automatisch auch eine Wurminfektion, aber andersrum, wenn ich im Darm einen Bandwurm trage, dann macht er keine Eosinophilie. Also, die fehlende Eosinophilie schließt die Wurminfektion nicht aus. Man kann nicht sagen: ‚Ich habe im Blut geguckt, da sind keine Eosinophilen, jedenfalls keine erhöhte Konzentration, dann kann der Patient keinen Wurm tragen.‘ Das stimmt so nicht. Also, wenn eine Auseinandersetzung im Gewebe stattfindet, findet man häufig eine Eosinophilie, aber auch nicht immer. Und schließlich, es geht hier nicht um Desinfektionsmittel und darum, möglichst viel verschiedene Desinfektionsmittel im Haushalt einzusetzen. Wenn es um die Verhinderung von Wurminfektionen, die Oxyuriasis, geht: Das einfache Händewaschen reicht völlig aus.

 

Axel Enninger: Vielen Dank für das Plädoyer fürs Händewaschen und gegen das übertriebene Waschen von Bettwäsche, von allen möglichen Dingen und gegen die überflüssige Benutzung von Desinfektionsmitteln. Brauchen wir eigentlich nicht zu Hause, oder?

 

Ralf Bialek: Definitiv nicht. Und für die Erzieherinnen in Kindergärten: Man muss, nur weil es mehrere Kinder mit Madenwürmern gibt, nicht das gesamte Spielzeug jedes Wochenende durchwaschen, um sicher zu sein, dass sie nicht übertragen werden. Das spielt bei der Übertragung der Oxyuriasis definitiv keine Rolle. Darf ich noch einen Wunsch loswerden?

 

Axel Enninger: Klar.

 

Ralf Bialek:  Wer immer zuhört und Interesse hat und gelegentlich tatsächlich Würmer sieht, sprich Madenwürmer: Ich wäre sehr dankbar, den einen oder anderen zugeschickt zu bekommen. Ich nehme auch gerne mehrere, auch in der Stuhlprobe. Die suchen wir dann selbst heraus, weil wir verschiedene Untersuchungen machen wollen und im Moment darauf angewiesen sind, dass uns welche zugeschickt werden. Wir haben im Moment sehr wenige.

 

Axel Enninger: Man kann offensichtlich Menschen Freude bereiten mit Dingen, die man nur als Parasitologe nachvollziehen kann. Aber gut. Aufruf an die Zuhörerinnen und Zuhörer, Herrn Bialek eine Freude zu machen. Vielen herzlichen Dank, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, fürs Zuhören und für Ihr Interesse an diesem Podcast. Wir freuen uns über Rückmeldungen. Wir freuen uns über positive Bewertungen auf den unterschiedlichen Plattformen, die es so gibt. Wir freuen uns über Rückmeldungen und Themenwünsche, auch Vorschläge zu Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartnern. Bis zum nächsten Mal!

 

Hilfreiche Informationen:

 

Literatur:

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (2018) DGPI Handbuch. Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. 7. vollständig überarbeitete Auflage.

 

Tabelle:
Diagnostik „intestinaler“ Parasitosen‘ von Prof. Ralf Bialek

 

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